First Solar
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Streit mit Asien-Investor: First-Solar-Konkurrent geht Pleite

Erneut geht eine Solarkooperation zwischen einer asiatischen und europäischen Firma schief. Mit Solarion scheiterte (vorerst) eine weitere Dünnschicht-Firma. Solarexperte Wolfgang Hummel erklärt wieso.

Von Frühling keine Spur - das Umfeld für Solarfirmen bleibt frostig. Nun hat auch die Leipziger Solarion AG eine Schutzschirminsolvenz beantragt. Der Anbieter von Dünnschicht-Solarzellen hatte sich Presseberichten zufolge mit seinem Großaktionär Walsin Lihwa aus Taiwan überworfen. Walsin Lihwa war offenbar weniger daran interessiert, den Hersteller die eigene Massenproduktion zu ermöglichen, sondern vielmehr am Zugang zur Dünnschichttechnologie und einem Know-how-Transfer.

Deutschland zu teuer

Kein Einzelfall. Solarexperte Wolfgang Hummel zum AKTIONÄR: "Asiatische Unternehmen sind in Deutschland vor allem an einer Marke, Vertriebsnetz und Technologie interessiert. Das zeigte der Einstieg von LDK aus China bei Sunways, Hanergy ebenfalls aus China bei Solibro und der von Hanwha aus Korea bei Q-Cells. Eine Fertigung in Deutschland ist von geringer Bedeutung. Deutschland gilt bei Asiaten als für eine Massenfertigung zu teuer und die deutschen Arbeiter zu unflexibel. "

Das Scheitern des Dünnschicht-Spezialisten wirft erneut die Frage auf: Sind Dünnschicht-Solarmodule wirklich die Zukunft? Der Vorteil des geringeren Siliziumbedarfs wird aufgrund massiv fallender Preise immer geringer. Gleichzeitig hinkt der Wirkungsgrad noch hinterher. Zudem haben klassische Siliziummodule in der jüngsten Vergangenheit zuverlässiger funktioniert. First Solar hatte etwa mit Qualitätsschwierigkeiten zu kämpfen. Zudem haben die US-Amerikaner aufgrund des enthaltendem giftigen Schwermetalls ein Entsorgungsproblem alter Module.

Vorerst meiden!

Gerade hat Credit Suisse die Gewinnerwartungen für First Solar für 2013 von 5,44 Dollar je Aktie auf 2,92 Dollar zurückgenommen. Solar-Bär Gordon Johnson war schon zuvor skeptisch. Dem AKTIONÄR sagte er nun: "First Solar hat via Aufträge für Projektentwicklungen viel Geld vom Staat erhalten. Diese Aufträge laufen aber in den nächsten Quartalen zu großen Teilen aus. Und dann muss sich First Solar dem Markt wieder stellen - und steckt inmitten großer Probleme".

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Martin Weiß | 2 Kommentare

Monster-Trade: So läuft die aktuelle Runde

Mit Ebay und 3D-Systems stehen am Dienstag die nächsten Unternehmen für die Veröffentlichung der Q3-Zahlen in den Startlöchern. In beiden Fällen rechnet DER AKTIONÄR mit einer Enttäuschung - und entsprechend mit Kursgewinnen bei den Put-Optionsscheinen.  mehr
| Werner Sperber | 0 Kommentare

Bernecker: So sind First Solar und SMA Solar zu kaufen

Die Actien-Börse Daily verweist auf die Entwicklung des Aktienkurses von First Solar. Das US-Unternehmen sei der größte Solar-Hersteller der Welt und stets ein wichtiger Indikator für diesen Markt. Die Notierung hat sich halbiert, wobei es keine griffige Begründung für diesen Kursverlust gibt. Bis … mehr
| Jonas Groß | 0 Kommentare

First Solar: Besser als Trina Solar, Jinko und Co?

Das Jahr begann rosig für First Solar. In den letzten zwei Monaten konnte die Aktie um satte 55 Prozent zulegen und die Rallye könnte noch lange weitergehen. Fondmanager Christofer Rathke, bester Fondsmanager 2013, sieht in seinem Marktkommentar in der Aktie des Solarunternehmens großes Potenzial. … mehr