Rheinmetall
- DER AKTIONÄR

Stillgestanden, ...

Große Nationen wie England und Frankreich investieren erstmals seit Jahren wieder mehr Geld in Rüstung. Im Vordergrund steht die Modernisierung von Bodentruppen, um neuen Anforderungen wie versteckten Sprengsätzen, Angriffen durch vermeintliche Zivilisten oder extremen Klimabedingungen Herr zu werden. Der Prozess läuft gerade erst an und dürfte bei Rüstungsunternehmen längerfristig für steigende Umsätze sorgen.

... war lange Zeit die Parole für die Rüstungspolitik europäischer Länder. Doch die veränderten Einsatzbedingungen in Krisenregionen wie Afghanistan sorgen für ein Umdenken.

Große Nationen wie England und Frankreich investieren erstmals seit Jahren wieder mehr Geld in Rüstung. Im Vordergrund steht die Modernisierung von Bodentruppen, um neuen Anforderungen wie versteckten Sprengsätzen, Angriffen durch vermeintliche Zivilisten oder extremen Klimabedingungen Herr zu werden. Der Prozess läuft gerade erst an und dürfte bei Rüstungsunternehmen längerfristig für steigende Umsätze sorgen.

Rüstung ist wieder in

„Wir sehen Rheinmetall in den nächsten Jahren an der Spitze des Konsolidierungsprozesses der Heerestechnikindustrie in Europa“, gibt sich Vorstandsvorsitzender Klaus Eberhardt optimistisch. Für das vierte Quartal 2006 befinden sich bei den Düsseldorfern Großaufträge für den Truppentransporter Boxer sowie Informations- und Luftabwehrsysteme in der Pipeline. Rheinmetall bestätigte hier ein Volumen von mindestens 300 Millionen Euro, Branchenkenner rechnen gar mit 400 Millionen. Zudem dürften die Segmente Grenzund Küstensicherung stark von einem EU-Fonds profitieren, der die Grenzländer in den nächsten sechs Jahren mit 2,1 Milliarden Euro bei ihren Kontrollaufgaben unterstützen soll. Ein Treffen zwischen Wirtschaftminister Glos, Managern deutscher Rüstungskonzerne und dem indischen Verteidigungsminister im August dieses Jahres verleiht zusätzliche Fantasie. „Wir sehen in Indien positive Marktchancen und planen den Aufbau langfristiger Geschäftsbeziehungen“, ließ das Unternehmen im Gespräch mit dem AKTIONÄR durchblicken. Für die gesamte Defence-Sparte, die bei den Düsseldorfern für rund 40 Prozent der Umsätze verantwortlich ist, prognostizieren Analysten ein durchschnittliches jährliches Wachstum von acht Prozent.

Sorgenkind

Weniger einheitlich präsentiert sich derzeit die Motoren-Tochter Kolbenschmidt Pierburg. Zwar wächst die Sparte mit fünf Prozent stärker als der Gesamtmarkt, doch die laufende Internationalisierung der Produktion sorgt im zweiten Halbjahr 2006 für eine zusätzliche Belastung von elf Millionen Euro. Die gesunkenen Aluminiumpreise sowie positive Nachfrageimpulse bei sparsamen Kleinmotoren in den USA werden diese Kosten aber teilweise auffangen können. Ab dem nächsten Jahr erwartet man von der Restrukturierung erstmals einen positiven Beitrag in Form deutlich geringerer Produktionskosten.

Rüsten Sie Ihr Depot auf!

Mit einem KGV von 12 ist die Rheinmetall-Aktie günstig bewertet. Die exzellenten Aussichten in der Rüstungssparte überwiegen die kurzfristigen Probleme im Automotivebereich. Allerdings dürften die Quartalszahlen am 8. November noch deutlich von der Restrukturierung geprägt sein. Anleger sollten das aktuelle Niveau nutzen, um sich langfristig bei dem Wert zu positionieren.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 46/2006.

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