Rhoen-Klinikum
- Werner Sperber - Redakteur

Starkes Interesse an Rhön-Klinikum

In den vergangenen zwei Monaten haben 19 Analysten ihre Meinung zu Rhön-Klinikum geäußert. Diesem Interesse liegt ein solides geschätztes Wachstum von 12,8 Prozent pro anno bis zum Jahr 2013 zugrunde. Nun scheint auch die Börse auf den privaten Klinikbetreiber aufmerksam zu werden. Für konservative Anleger bietet sich auch eine Chance mit einem Derivat.

Die Rhön-Klinikum AG sieht sich nicht mehr nur als privaten Betreiber von Krankenhäusern, sondern als einen der größten Gesundheits-Dienstleistungskonzerne in Deutschland. Neben dem Klinikum am Firmensitz im fränkischen Bad Neustadt betreibt das Unternehmen weitere 53 Krankenhäuser an 43 Standorten in zehn Bundesländern. In den ersten neun Monaten des Jahres 2010 stellte Rhön-Klinikum 15.900 Betten zur Verfügung. Das sind 6,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der behandelten Patienten erhöhte sich um 13,3 Prozent auf 1,53 Millionen und die Anzahl der Beschäftigten stieg um 8,2 Prozent auf rund 37.700.

Weitere Übernahmen geplant

Finanzvorstand Dr. Erik Hamann sieht den Konzern finanziell für weitere Übernahmen gut gerüstet und erwartet im laufenden Jahr eine Belebung bei Krankenhaus-Privatisierungen. Er sagt: "Wir sind zuversichtlich, dass 2011 die Dinge in Bewegung kommen. Im Jahr 2010 hat die Politik eher die Luft angehalten." Rhön-Klinikum befinde sich bei drei Übernahmeprojekten in Verhandlungen. Zudem spreche das Management mit weiteren öffentlichen wie auch kirchlichen Krankenhausträgern. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Pföhler stuft die politischen Rahmenbedingungen angesichts der Gesundheitsreform zwar als herausfordernd ein, "dennoch werden wir unser Versorgungsangebot weiterentwickeln und unseren Wachstumskurs fortsetzen".

Kaufen mit Kursziel 22 Euro

Dr. Silke Stegemann, Analystin von UniCredit Research, ist in einer aktuellen Studie zu Rhön-Klinikum ebenso zuversichtlich. Der Konzern wolle die vorläufigen Zahlen für das Jahr 2010 am 10. Februar vorstellen, wobei sich die Prognosen des Vorstandes mit den Schätzungen der Analystin decken. Dr. Silke Stegemann geht von einem Umsatzwachstum von elf Prozent auf 2,57 Milliarden Euro aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)  dürfte um 10,2 Prozent auf mehr als 200 Millionen Euro zugelegt haben. Für das Jahr 2011 liegen die Schätzungen der Analystin am oberen Ende der Prognose-Bandbreite des Managements. Sie erwartet einen Erlösanstieg um 5,5 Prozent auf 2,72 Milliarden Euro und einen Gewinn je Aktie von 1,17 Euro, was einem KGV von 15 entspräche. Im Jahr 2012 dürfte das Ergebnis pro Anteilschein auf 1,25 Euro zulegen, was ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 bedeuten würde. In den Jahren 2003 bis 2009 belief sich das durchschnittliche KGV allerdings auf 17,3. Dr. Silke Stegemann erklärt, sie halte die Bedenken des Marktes bezüglich der Gesundheitsreform für übertrieben, weshalb die Underperformance der Aktie von Rhön-Klinikum im Vergleich zum DAX und dem MDAX nicht gerechtfertigt sei. Die Analystin bestätigte ihre Einstufung mit "buy" und das Kursziel von 22 Euro.

Aussichtsreiches Investment

Angesichts einer annehmbar soliden Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 48,9 Prozent sowie dem stabilen Wachstum, das von den Analysten im Schnitt auf 12,8 Prozent pro anno bis zum Jahr 2013 geschätzt wird, sowie der historischen Unterbewertung schließt sich DER AKTIONÄR dem Urteil von Dr. Silke Stegemann an. Der Stoppkurs sollte bei 13,50 Euro gesetzt werden. Konservativere Anleger können auch das am 22. Dezember 2011 ablaufende Bonus-Zertifikat (WKN BN4 3ZU) der BNP Paribas auf Rhön-Klinikum kaufen. Sofern der Aktienkurs bis zum Laufzeitende die Barriere von 14 Euro nicht berührt oder unterschreitet, bezahlt die Bank 22 Euro zurück. Das würde einer soliden Rendite von mehr als elf Prozent entsprichen.  

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