AAP Implantate
- DER AKTIONÄR

Starke Liebesbande

Ein Bekenntnis zur Firma, das an den Geldbeutel geht: Insiderkäufe. Bei der Commerzbank, Krones, EM.TV, Koenig & Bauer und AAP Implantate wurde kräftig eingesammelt. Nicht bei allen sollten es die Anleger jedoch sofort nachmachen.

Ein Bekenntnis zur Firma, das an den Geldbeutel geht: Insiderkäufe. Bei der Commerzbank, Krones, EM.TV, Koenig & Bauer und AAP Implantate wurde kräftig eingesammelt.

Beim Geld hört für viele Insider die Liebe zur Firma auf. Von den glänzenden Aussichten des Unternehmens in der Öffentlichkeit predigen ist eine Sache, sein Erspartes in Firmenanteile anzulegen eine andere. Umso bemerkenswerter sind Insider-Aktienkäufe. Oft sind diese Transaktionen Vorboten starker Kursanstiege.

Vorsichtige Käufe

Nachdem bereits im Mai Commerzbank-Insider den allgemeinen Kursrückgang als Chance ergriffen haben, wurde im August weiter gekauft. Fünf Vorstände haben für insgesamt 500.000 Euro eigene Aktien erworben. In finanzielle Nöte dürfte aufgrund des Vertrauensbeweises jedoch keiner der Insider kommen: Alleine 2005 hat der Commerzbank- Vorstand 15,7 Millionen Euro verdient. Gut möglich, dass in den nächsten Jahren die Aktienentwicklung für einen Extrabonus sorgt. Durch die Übernahme des Immobilienfinanzierers Eurohype ist die Commerzbank mittlerweile zum zweitgrößten deutschen Kreditinstitut aufgestiegen. Die Zeit der Bescheidenheit ist vorbei. Das zeigt auch die Osteuropa-Expansion: Erst Ende August haben die Frankfurter ihr verstärktes Engagement in die russische Bank Promsvyazbank gemeldet. Mit einem 2007er-KGV von 10 ist die Aktie günstig. An schwachen Tagen sollte das Papier eingesammelt werden.

Mehr Mut spricht aus den Transaktionen der Krones-Insider. Seit Anfang 2006 wurden nur Käufe gemeldet. Für die mit Abstand größte der elf Orders zeichnete sich ein Aufsichtsratsmitglied verantwortlich: 1,5 Millionen Euro und 93,56 Euro je Aktie war Norman Kronseder der Abfüll- und Verpackungstechnik-Spezialist für die Lebensmittelindustrie im Juli wert. Der Krones-Gewinn legte im ersten Halbjahr um fünf, der Auftragseingang sogar um sieben Prozent zu. Bedächtig, aber stetig verbesserte sich auch das Chartbild. Der intakte Aufwärtstrend und das moderate 2007er-KGV von 12 laden in Verein mit dem Vertrauen der Insider zu einem Investment ein.

Die EM.TV-Aktie hat sich innerhalb eines Jahres auf nunmehr drei Euro halbiert. Ins Abseits geraten war der Medienwert für viele Anleger zuletzt auch aufgrund der Diskussion um ein Sportwettverbot. Zum einen mussten Pläne eines eigenen Wettangebotes begraben werden, zum anderen träfe ein Werbeverbot von Wettanbietern wie Bwin die EM.TV-Tochter DSF. EM.TV-Insider hingegen haben seit Anfang 2006, zuletzt im August, für mehr als 200.000 Euro Anteile an dem Sportmedien- und Kinderprogramm-Spezialisten erworben. Sie wissen: Durch die Platzierung einer Wandelanleihe im April ist die Sanierung endgültig geglückt. Zudem ist EM. TV als Produktionspartner des Bundesligasenders Arena auch im Sportbereich gut im Spiel. Anleger sollten dennoch vor dem Einsteig einen charttechnischen Trendwechsel abwarten.

Starke Serie

Die beeindruckenste Reihe an Zukäufen firmennaher Personen zeigen sich bei der Koenig & Bauer AG. Der Anbieter wirtschaftlicher Drucksysteme verzeichnet seit Herbst 2005 19 Insiderkäufe – einen Verkauf sucht man vergebens. Nachdem das erste Quartal 2006 noch defizitär war, erreichte Koenig & Bauer im zweiten Quartal einen operativen Gewinn in Höhe von 18,8 Millionen Euro. Die Ertragswende im Bereich Rollen- und Sondermaschinen überstrahlt den Mitte des Jahres rückläufigen Auftragseingang. Angesichts eines 2007er-KGVs von 9 sollte man dem Beispiel der Insider folgen. Geduldige Investoren kommen vielleicht noch im Bereich von 21 Euro zum Zug.

Nicht ganz so lupenrein ist die Insiderdatei der AAP Implantate. Noch im Juli hat ein Aufsichtsrat 15.133 Aktien verkauft. Im August wurden dann jedoch insgesamt mehr als 62.854 Papiere gekauft. Noch aufschlussreicher ist bei dem Entwickler von Implantaten und Biomaterialien für die Traumatologie und Orthopädie die erfreuliche fundamentale Entwicklung. Im ersten Halbjahr 2006 konnten die Umsätze um beachtliche 47 Prozent auf 9,2 Millionen Euro gesteigert und ein Nettogewinn in Höhe von einer Million Euro ausgewiesen werden. AAP ist in einer Branche mit langfristig ausgezeichneten Wachstumsperspektiven tätig, weswegen die derzeitige Bewertung (2007er-KGV 14) zum Einstieg einlädt.

Nicht überbewerten

Als alleiniger Kaufgrund eignen sich Insidertransaktionen nicht – Insider können mit solchen Käufen auch durchaus bluffen und gezielt für ein besseres Sentiment sorgen. Insbesondere bei Krones, Koenig & Bauer und AAP Implante passen jedoch auch Fundamentaldaten und die Charttechnik ins Bild. Hier kann man es den vermeintlich besser Informierten nachmachen und kaufen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Jochen Kauper | 0 Kommentare

AKTIONÄR-Hot Stock aap Implantate im Höhenrausch

Der Höhenflug ist beeindruckend. Im laufenden Jahr hat die Aktie von aap Implantate bereits über 50 Prozent zugelegt. Ein Grund für den Kurssprung in der letzten Handelswoche waren die guten Zahlen für das erste Quartal. aap Implantate hat 7,1 Millionen Euro erlöst. Damit hat aap die Erwartungen … mehr