Stada
- Werner Sperber - Redakteur

Stada: Machtkampf schafft Kurschancen

Die Sachkenner der Euro am Sonntag verweisen auf die hohen Pensionsansprüche von mehr als 30 Millionen Euro, welche sich Hartmut Retzlaff als Vorstandsvorsitzender der STADA Arzneimittel AG gesichert hat. Institutionelle Investoren kritisieren diese fürstliche Absicherung und auch den autokratischen Führungsstil Retzlaffs. Finanzinvestor und Sieben-Prozent-Aktionär Active Ownership Capital (AOC) möchte diesen Unmut nutzen, und drei eigene Vertreter in den Aufsichtsrat bekommen. Die Hauptversammlung ist aufgrund dieses Machtkampfs auf den 26. August verschoben worden. Bis dahin möchte STADA drei eigene neue Kandidaten vorschlagen, welche den Aufsichtsrat verjüngen und die Kompetenzen erweitern sollen. Kritiker sagen jedoch, das soll lediglich die Macht und die Pensionsansprüche Retzlaffs absichern.

Vor diesem Hintergrund berichtete das Wall Street Journal, STADA habe erste informelle Gespräche mit dem Finanzinvestor CVC Partners bezüglich einer Übernahme geführt, wobei auf einen Kaufpreis von 3,7 Milliarden Euro beziehungsweise 60 Euro je Aktie von STADA spekuliert wird. Analysten schätzen den Übernahmepreis für STADA auf 56 bis 75 Euro.

Die Sachkenner der Euro am Sonntag finden in diesem Zusammenhang folgendes für auffällig: Dr. Martin Abend möchte Aufsichtsratsvorsitzender bleiben. Er hat die Forderung von AOC auf der Tagesordnung für die Hauptversammlung belassen, die vinkulierten Namensaktien abzuschaffen. Solche Aktien können nur mit Zustimmung STADAs den Besitzer wechseln, was eine unerwünschte Übernahme verhindern soll. Dr. Abend jedoch hält vinkulierte Namensaktien für unzeitgemäß und bezweifelt, ob damit tatsächlich Übernahmen verhindert werden. Die Aussicht auf einen Aufkauf von STADA hat den Aktienkurs nach oben getrieben, jedoch ist noch weiteres Potenzial vorhanden. Risikobereite Anleger sollten die mit einem KBV von 3,2 und einem KGV von 20 für dieses Jahr bewertete Aktie deshalb kaufen. Das Kursziel beträgt 65 Euro und der Stop-Loss sollte bei 39,90 Euro gesetzt werden.

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