Stada
- Marion Schlegel - Redakteurin

Stada: Es wird spannend – Aktie mit Kurs auf Allzeithoch

So unruhige Zeiten hat der Arzneimittelhersteller Stada lange nicht erlebt. Aktivistische Aktionäre setzen das Management unter Druck, sie schreien nach Erneuerung: Der altgediente Aufsichtsrat soll verjüngt, das Unternehmen auf Internationalisierung ausgerichtet werden. Mitten in diesem Wirbel zog sich zuletzt der langjährige Vorstandschef Hartmut Retzlaff krankheitsbedingt zurück. Jetzt taucht auch noch der berühmt-berüchtigte US-Investor Guy Wyser-Pratte auf. Er fordert den Zusammenschluss mit einem internationalen Konkurrenten.

Wyser-Pratte wirft dem Stada-Management vor, die Internationalisierung nicht energisch genug vorangetrieben zu haben. "Da wurden Chancen verpasst", sagte der Investor dem "Handelsblatt" (Dienstag). Stada sei zu klein, um Wachstumspotenziale selbst zu heben. Stada weist die Forderungen offiziell zurück. Doch intern arbeitet das neue Management sehr wohl an Veränderungen. Der Vorstand sei damit beschäftigt, "die Unternehmensstrategie zu aktualisieren und konkrete Ziele und Zielstrukturen für die Zukunft zu definieren", schrieben der neue Vorstandschef Matthias Wiedenfels und Finanzvorstand Helmut Kraft vor einigen Tagen an die Belegschaft.

Branchenexperten halten eine Übernahme nicht mehr für unwahrscheinlich, wenn auch für schwierig. Stada ist auf Nachahmermedikamente und freiverkäufliche Arzneien wie Grippostad-Erkältungsmittel und Mobilat-Schmerzsalbe spezialisiert. Marktbeobachter fragen sich, ob sich die Übernahme für einen Finanzinvestor lohnt, dem es ja vor allem um die Rendite geht. Und auch in der Branche zeichne sich aktuell kein Kaufinteressent für das Bad Vilbeler Unternehmen ab. Im Vergleich zu forschenden Pharmaunternehmen ist das Risiko bei Stada zwar kleiner, aber die Chancen sind es eben auch. Für das laufende Jahr hatte Stada zuletzt ein leichtes Wachstum anvisiert.

Allzeithoch rückt ins Visier

Die Worte von Wyser-Pratte beflügelten die Aktie von Stada ganz klar in der vergangenen Woche. Immerhin konnte der Investor schon anderswo Erfolge verbuchen - so brachte er etwa die Vorläufergesellschaft IWKA des heutigen Roboterspezialisten Kuka auf Spur. Seit Wochen gibt es Bewegung in der Stada-Aktie, getragen von ständig neuen Gerüchten. So war der Kurs Ende Mai gestiegen, als es Medienberichte über Gespräche mit dem Finanzinvestor CVC Capital Partners gab. Ein paar Tage später dementierte das Unternehmen, das sonst nie Spekulationen kommentiert.

Fakt ist, dass sich Stada mit einer Neubesetzung seines in die Jahre gekommenen Aufsichtsrates auseinandersetzen muss. Dort sitzen mehrere Vertreter aus der Ärzte- und Apothekerschaft. Die Beteiligungsgesellschaft AOC - aktuell mit über fünf Prozent investiert - stellte im März eigene Kandidaten zur Wahl auf der Hauptversammlung auf. Stada willigte ein, konterte aber kurz danach: Das Unternehmen verschob seine Hauptversammlung von Juni auf August und leitete ein eigenes Verfahren zur Suche neuer Kandidaten ein.

DER AKTIONÄR sieht bei der Aktie von Stada weiterhin klare Übernahmefantasie und rät dazu, die Aktie zu halten. Auch spekulationsfreudige Neueinsteiger können noch zugreifen. Mittlerweile ist selbst das Allzeithoch aus dem Jahre 2007 bei 51,43 Euro nicht mehr weit entfernt.

(Mit Material von dpa-AFX)

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