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Sprung in der rosaroten Brille

Die Euphorie über die überraschend starke Entwicklung des T-Mobile Geschäfts wird von der schwachen Entwicklung des Festnetz-Geschäfts überschattet. Der Aktienkurs gab nach anfänglichen Gewinnen nach.

Die Euphorie über die überraschend starke Entwicklung des T-Mobile Geschäfts wird von der schwachen Entwicklung des Festnetz-Geschäfts überschattet. Der Aktienkurs gab nach anfänglichen Gewinnen nach.

Von Florian Söllner

Die Deutsche Telekom bleibt hinsichtlich der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr unterm Strich im Rahmen der Analystenerwartungen. Der Konzernüberschuss wurde um 61,5 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro gesteigert. Der Umsatz legte in den ersten sechs Monaten um 3,0 Prozent auf 29,1 Milliarden Euro zu. Während das Inlandsgeschäft stagnierte, betrug das Wachstum im Ausland 8,3 Prozent auf 12,0 Milliarden Euro.

T-Mobile USA boomt

Insbesondere T-Mobile USA verzeichnete eine stürmische Entwicklung. Knapp 600.000 Kunden von T-Mobile USA nutzen mittlerweile einen BlackBerry zur mobilen Datenkommunikation. Insgesamt gewann die US-Tochter alleine im zweiten Quartal 972.000 neue Kunden. Sehr erfreulich verlief das erste Halbjahr für die Mobilfunksparte auch in Deutschland. Analysten hatten der Telekom durchschnittlich nur 300.000 neue Mobilfunkkunden zugetraut, tatsächlich schafften es die Bonner im ersten Halbjahr, 623.000 Personen zur Unterschrift auf einen neuen Handyvertrag zu überreden. Das Resultat ist ein um 89,4 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro gestiegener Betriebsgewinn im Bereich Mobilfunk. Erst am Mittwoch meldete die Telekom den Kauf des österreichischen Mobilfunkbetreibers Tele-ring für 1,3 Milliarden Euro.

Problem Festnetz

Weniger lebhaft sprudelten die Gewinn im Bereich Festnetz/Breitband. Besonders T-Online ringt mit der harten DSL-Konkurrenz. Zudem kämpft der Bereich mit ins Mobilfunknetz abwandernden Festnetzkunden. Bei um 4,5 Prozent auf 13,13 Milliarden Euro gesunkenen Erlösen stagnierten die Gewinne.

Die Deutsche Telekom bestätigte die Erwartungen für das laufende Jahr, ein bereinigtes EBITDA zwischen 20,7 und 21,0 Mrd. Euro zu erzielen.

Fazit: Die Telekom kämpft an allen Fronten mit zunehmenden Wettbewerb. Insbesondere der durch Handy-Discounter angezettelten Preiskampf im Handybereich dürfte der Telekom im zweiten Halbjahr zusetzen. Dennoch haben die Bonner wiederholt bewiesen, trotz Konkurrenzdruck hohe Margen erzielen zu können. Die Analysten von Nomura haben es auf den Punkt gebracht: "Es gibt (angesichts der Quartalszahlen) keine Gründe in Euphorie auszubrechen". Dennoch wird das "Buy"-Rating bekräftigt. Zum charttechnischen Problem könnte der Widerstand im Bereich zwischen 16 und 17 Euro werden.

 

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