DAX
- Michael Schröder - Redakteur

Spannung vor Fed-Sitzung: DAX mit kurzer Verschnaufpause oder Durchmarsch?

Der Ölpreis gibt derzeit die Richtung an den heimischen Aktienmärkten vor. Steigt der Ölpreis, steigen auch die Kurse – und umgekehrt. Kurzfristig deutet sich eine Stabilisierung beim schwarzen Gold an. Das ist gut für die Stimmung und die Charttechnik beim DAX. Heute Abend richtigen die Anleger ihren Blick zudem in die USA.

Gestern hat der gestiegene Ölpreise den deutschen Leitindex nach einem schwachen Start in die Gewinnzone geschoben. Gute US-Konjunkturdaten gefolgt von kräftigen Kursaufschlägen an der Wall Street gaben dem DAX am Nachmittag zusätzlichen Auftrieb. Aus China kommen dagegen gemischte Signale. Die Aktienindizes in Shanghai und Shenzen rutschten zunächst weiter ab, fingen sich jedoch zuletzt. Der Gewinn in der chinesischen Industrie ist im Dezember um fast fünf Prozent gesunken zum Vorjahresmonat. Die Wachstumsabschwächung im Reich der Mitte bleibt ein schwerer Belastungsfaktor. Dafür erholte sich der Nikkei-Index in Tokio um fast drei Prozent.

Neben den Investoren beobachtet auch EZB-Chef Mario Draghi die Entwicklung des schwarzen Goldes sehr genau. Hintergrund: Der fallende Ölpreis lässt Draghis Ziel der Preisstabilität, also einer Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent, in weite Ferne rücken. Draghi hat eine weitere Lockerung der Geldpolitik signalisiert. Daher sollten wir uns den Termin für die nächste EZB-Ratssitzung – den 10. März – im Kalender schon einmal rot anstreichen.

In den USA richten sich die Blicke ebenfalls wieder auf die Notenbank Fed, die heute Abend deutscher Zeit über ihre Zinspolitik entscheidet. Die Fed hatte im Dezember erstmals seit der Finanzkrise den Leitzins angehoben. Am Mittwoch dürften die Notenbanker nun zunächst stillhalten. Anleger warten dennoch auf Signale und Aussagen zur künftigen Zinspolitik.

Die Berichtssaison nimmt langsam Fahrt auf. BASF enttäuscht und Apple kann auch nicht wirklich überzeugen. Die nächsten charttechnischen Widerstände warten weiter bei 10.125 und 10.160 Punkten. Geht dem DAX dagegen wieder die Luft aus, könnten schnell die Marken von 9.550 und 9.325 Punkten in den Fokus rücken. Fällt der DAX sogar unter die massive Unterstützung, drohen aus charttechnischer Sicht erneut kräftige Anschlussverluste bis 8.900 Punkte.

Mehr zum DAX sehen Sie im täglichen DAX-Check im aktionaer.tv oder lesen Sie an dieser Stelle.

(Mit Material von dpa-AFX)

 

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