- DER AKTIONÄR

Sonnige Aussichten

Über die Tochter Roth + Rau profitiert der Spezialmaschinenbauer Rohwedder vom Solar-Boom. Im laufenden Jahr soll der Turnaround eingeläutet werden. Die kleine Solartechnik-Firma stellt Systemlösungen zur Produktion von Solarzellen her und kann sich derzeit vor Aufträgen kaum retten.

Über die Tochter Roth + Rau profitiert der Spezialmaschinenbauer Rohwedder vom Solar-Boom. Im laufenden Jahr soll der Turnaround eingeläutet werden.

Von Markus Horntrich

Dunkle Wolken zogen im Geschäftsjahr 2004 bei der im baden-württembergischen Bermatingen ansässigen Rohwedder AG auf. Der Spezialmaschinenbauer war in die roten Zahlen gerutscht und hatte daraufhin in den Sommermonaten fast 50 Prozent seines Börsenwertes verloren. Die Neuausrichtung wurde jedoch zügig in Angriff genommen und dürfte bereits im laufenden Jahr zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung mit einer nachhaltigen Profitabilität in den kommenden Jahren führen.

Fokus auf Kernkompetenzen

Der Fokus von Rohwedder liegt künftig auf den Kernbereichen Montage-, Mikromontagetechnik und Bildverarbeitung sowie Prüf- und Automatisierungslösungen rund um die Leiterplattenproduktion. Randbereiche, die strategisch nicht mehr ins Konzept passen und mittelfristig keine Gewinne abwerfen, stehen - wie die mittlerweile liquidierte US-Tochter Rohwedder Inc. - zur Disposition. Die Restrukturierung führte 2004 zu einmaligen Belastungen, die das Ergebnis rot einfärbten - das EBIT lag nach vorläufigen Angaben bei minus 2,9 Millionen Euro. Die Effekte der Restrukturierung dürften jedoch bereits im laufenden Jahr bemerkbar sein, die volle Wirkung sich jedoch erst ab 2006 entfalten. Rohwedder rechnet dann mit Synergie-Effekten von drei bis vier Millionen Euro in den Kernbereichen.

Hübsche Tochter

Ein absoluter Wachstumsgarant von Rohwedder ist die 60-prozentige Tochter Roth + Rau AG. Die kleine Solartechnik-Firma stellt Systemlösungen zur Produktion von Solarzellen her und kann sich derzeit vor Aufträgen kaum retten. Zum Jahresende 2004 ist der Auftragsbestand von 2,7 auf über 16 Millionen Euro angewachsen, wobei sich der rasante Anstieg laut Vorstandschef Joachim Rohwedder auch im ersten Quartal 2005 fortgesetzt hat. Ein Verkauf der Solar-Perle könnte Rohwedder zwischen zehn und 13 Millionen Euro in die Kassen spülen - der Marktwert von Roth + Rau liegt bei schätzungsweise 20 Millionen Euro. Allerdings will sich Rohwedder von der wachstumsstarken Tochter verständlicherweise nicht trennen, obwohl genügend Kaufinteressenten vorhanden wären. Rohwedder wird an der Börse aktuell mit 33 Millionen Euro bewertet. Eindeutig zu wenig für ein Unternehmen, das im laufenden Jahr über 125 Millionen Euro umsetzt, einen operativen Gewinn (EBIT) zwischen 2,5 und drei Millionen Euro erwirtschaftet und eine Tochter besitzt, die alleine rund zwölf Millionen Euro wert ist.

Sonne scheint

Nachdem sich auf operativer Ebene die Wolken wieder verziehen und insbesondere im Solartechnikbereich im wahrsten Sinne des Wortes die Sonne scheint, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Börse auf die Maschinenbau-Perle vom Bodensee aufmerksam wird. Durch den Solar-Boom dürfte das Interesse an der Aktie weiter steigen, zumal in den nächsten Wochen gute Nachrichten zu erwarten sind. Das Kursziel von DER AKTIONÄR: Zehn Euro.

Mit der hübschen Tochter strahlen

Rohwedder

 

ISIN DE0007057705
Kurs am 06.05.2005 7,50€
Empfehlungskurs 6,61€
Ziel 10,00€
Stopp 5,75€
KGV 06e 12
Chance/Risiko 5/4

 

Artikel aus DER AKTIONÄR (19/05).

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