- DER AKTIONÄR

Sonnenaufgang

Solarwerte haben nach dem Boom im Spätsommer eine Korrektur durchlaufen. Ist nach der Konsolidierung wieder Zeit zum Einstieg?

Der goldene Herbst hat in diesem Jahr seinem Namen in doppelter Hinsicht Ehre gemacht. Die Herbstmonate bescherten uns Sonne pur mit fast sommerlichen Temperaturen und Solaraktien erlebten einen wahren Höhenflug. Nachdem die Temperaturen hierzulande unter den Gefrierpunkt gerutscht sind und der Winter Einzug gehalten hat, haben sich auch die heiß gelaufenen Solarwerten wieder abgekühlt. Einige Vertreter notieren mittlerweile wieder auf einem äußerst interessanten Kursniveau.

Solarzellenhersteller diktieren Preis

Die hohe Nachfrage und die damit verbundene Knappheit an Solarzellen beschert den Solarzellenherstellern wie Solarworld, Q-Cells, Ersol oder Sunways traumhafte Margen, da diese die Preise diktieren können. Neben Marktführer Solarworld ist bei den deutschen Solarzellenherstellern die seit Oktober an der Börse gelistete Q-Cells am besten positioniert. Mit einer geschätzten Produktion von 162 Megawatt (+113 Prozent) dürften die Thalheimer in diesem Jahr deutlich an Marktanteil gewinnen und weltweit auf Rang drei vorstoßen, nachdem sie 2002 noch auf Platz elf rangierten. Zudem hat Q-Cells interessante Partner: Durch die Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Evergreen Solar und der australischen Firma Pacific Solar sichert sich das Ostdeutsche Unternehmen weitere Wachstumspotenziale. Die Thüringer Ersol AG ist mit einer Kapazität von 60 Megawatt deutlich kleiner. Am günstigsten ist derzeit die etwas kleinere Sunways bewertet. Aufgrund eines 2007er-KGVs von 10 hat Sunways 50 Prozent Kurspotenzial (vgl. Ausgabe 50/2005).

Solon, Solarworld: Modulgeschäft boomt

Die Modulhersteller können sich vor Aufträgen kaum retten, die Orderbücher sind voll. Lediglich die hohen Preise für Solarzellen trüben das Bild. Vorteile haben diejenigen, die frühzeitig langfristige Lieferverträge abgeschlossen haben, wie Solon mit SunPower, Q-Cells oder Ersol und Solarworld, die eine eigene Solarzellenfertigung hat. Mit einem 2006er-KGV von 15 ist Solon derzeit am attraktivsten bewertet, nachdem sich der Wert zuletzt deutlich verbilligte. Eine günstige Einstiegsgelegenheit. Am meisten unter den hohen Preisen für Solarzellen und Module haben die Projektgesellschaften wie Conergy, Phönix Sonnenstrom oder Reinecke + Pohl zu leiden. Sinkende Einspeisevergütungen in Deutschland in Verbindung mit hohen Modulpreisen drücken auf die Renditen. Im Vorteil sind diejenigen Unternehmen, die frühzeitig ins Ausland expandierten, da Länder wie Spanien oder Italien höhere Einspeisevergütungen bieten. Conergy etwa hat in Spanien einen Marktanteil von 20 Prozent und ist dort der führende Projektentwickler. Phönix Sonnenstrom setzt ebenfalls auf Internationalität und aufgrund der hohen Modulpreise auch verstärkt auf die günstigeren Dünnschichtmodule und kann mit dieser Strategie ansprechende Ergebnisse vorlegen. Der Anteil des internationalen Geschäfts soll 2006 auf über zehn Prozent gesteigert werden und ein Gesamtumsatz von mindestens 140 Millionen Euro sowie ein EBIT von acht Millionen Euro erzielt werden.

Fazit

Aus der großen Auswahl deutscher Solaraktien lassen sich vier Favoriten identifizieren. Solarworld ist aufgrund der breiten Aufstellung ein Muss und langfristig trotz der hohen Bewertung kaufenswert. Mit KGVs von unter 15 sind Solon, Sunways und Phönix Sonnenstrom am aussichtsreichsten.

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