Solarworld
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Solarworld verkaufen: Analysten sehen Kursziel von 0,80 Euro

Die Experten von Montega reagieren auf die schwachen Halbjahreszahlen von Solarworld. Die Prognosen wurden gesenkt. Ein Problem könnte die Rückzahlung der Anleihen werden.

Nach den enttäuschenden Solarworld-Zahlen melden sich erste Analysten zu Wort. Montega rät, das Papier zu verkaufen. Das Kursziel beträgt nur noch 0,80 Euro. Die Experten sind skeptisch. Denn in einer Telefonkonferenz habe der CFO des Unternehmens zudem darauf hingewiesen, dass selbst ein positives EBITDA in 2012 unwahrscheinlich sei. Montega erwartet auch 2013 und 2014 einen Nettoverlust des deutschen Modulherstellers.

Die Cash-Position verringerte sich auf 320 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr plane der Vorstand einen positiven Free-Cash-Flow durch eine drastische Reduktion des Vorratsvermögens. Die Analysten verweisen dennoch auf Risiken aus der Rückzahlung des Schuldscheindarlehens in 2014 und der ersten Anleihe in 2016, die wohl nur möglich sei, wenn Solarworld nachhaltig positive Cashflows erziele beziehungsweise das Unternehmen das Working Capital reduzieren und auf einem niedrigen Niveau halten könne.

Solarworld verliert nicht nur Geld durch die Produktion und den Verkauf von Solarmodulen. Darüber hinaus belasten ungünstig abgeschlossene Langfristverträge. Solarworld hat viel zu viel Silizium bestellt. Zumal gleichzeitig die lukrativen Verträge zur Lieferung von Wafern wegbrechen (siehe auch: Bilanz-Zündstoff)

Schwieriges Umfeld

Derzeit summieren sich die kurzfristigen Schulden auf 654 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen 818 Millionen Euro kurzfristige Vermögenswerte. Eine auf dem ersten Blick komfortable Situation. Doch hinzu kommen 696 Millionen Euro langfristige Schulden und ein deutlich defizitäres Geschäft.  Selbst um Wertberichtungen bereinigt lag das operative Ergebnis im ersten Halbjahr mit 30 Millionen Euro im Minus. Dabei war gerade dieser Zeitraum von Vorzieheffekten in Deutschland geprägt - das Umfeld wird nicht einfacher.

Die Eigenkapitalquote von Solarworld ist innerhalb eines Jahres von 36 auf nunmehr 25 Prozent gesunken. DER AKTIONÄR bleibt bei seiner Einschätzung, die Aktie von Solarworld zu meiden.

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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