Solarworld
- Alfred Maydorn - Redakteur

Solarworld sagt RWE, E.on und China den Kampf an

Solarworld-Chef Frank Asbeck schießt erneut gegen die deutschen Energieversorger und die Bundesregierung. Man wolle die Solarindustrie „kaputtmachen“ und gefährde tausende von Arbeitsplätzen. Er gibt sich weiterhin kämpferisch und kündigt weitere Klagen an.

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung spricht Frank Asbeck erneut klare Worte. „Man will uns kaputtmachen. Unsere Gegner wollen die Solarenergie aufhalten, bevor es zu spät ist." sagte der Solarworld-Chef am Wochenende. Die Bundesregierung seit vor der Energielobby der großen deutschen Stromversorger wie E.on und RWE eingeknickt und setze mit der Förderungskürzung der Solarenergie tausende von Arbeitsplätzen aufs Spiel.

Zudem warnte Asbeck vor einem drohenden Monopol Chinas in der Solarbranche. „China hat einen Industriekrieg begonnen. Der Staat hat den Firmen allein 2011 mit mehr als 20 Milliarden Euro geholfen. Mit diesem Geld bieten die Firmen ihre Produkte zu Dumpingpreisen an - teilweise 30 Prozent unter den eigenen Kosten." Ziel dieser Politik sei es, den Rest der Welt aus dem Markt zu drängen.

Hoffen auf die Bunsdesregierung

Der Solarworld-Chef fordert erneut einen fairen Handel und hofft auf staatliche Unterstützung. In den USA seien bereits Strafzölle für Solarmodule aus China eingeführt worden. Jetzt strebt Asbeck ein solches Verfahren auch in Europa an, eine Klage sei in Vorbereitung. „Wenn Brüssel ein Verfahren gegen unfairen Wettbewerb einleitet, setze ich darauf, dass die Bundesregierung dies unterstützt." gibt sich Asbeck gewohnt kämpferisch.

Aktie im Sturzflug

Allerdings bleibt dem ehemaligen Vorzeige-Konzern der deutschen Solarbranche nicht mehr viel Zeit. Die Marktanteile sind in den vergangenen Jahren spürbar zurückgegangen, der Konzern ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Der rapide Kursverfall der Aktie setzt sich mit unveränderter Geschwindigkeit fort. In der zurückliegenden Woche war die Solarworld-Aktie erstmals unter zwei Euro gerutscht, am Freitag ging das Papier mit nur noch 1,89 Euro aus dem Handel.

Börsenwert runter, Schulden rauf

Der Börsenwert des einstigen Milliardenkonzerns ist auf nur noch gut 200 Millionen Euro zusammengeschmolzen. Die Bilanz entwickelte sich indes gegenläufig: In den letzten Jahren wurde ein Schuldenberg von über eine Milliarde Euro angehäuft. Mit diesem Ballast und dem völlig unsicheren Ausgang möglicher Klagen geht Solarworld extrem schwierigen Zeiten entgegen. Längst ist aus dem strahlenden Wachstumswert ein Papier für Zocker geworden. 

Auch den deutsche Solarmaschinenbauern geht so langsam die Luft aus. Centrotherm ist ebenfalls auf ein neues Rekordtief gerutscht. Mehr zu Centrotherm lesen Sie in aktuellen Ausgabe des DER AKTIONÄR, die Sie ab sofort als e-Paper-Version herunterladen können.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: