SolarWorld
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Solarworld-Aktie im Plus: Überraschung oder Bluff?

Deutsche Solaraktien werden rar. Die Solar Fabrik AG hat jüngst ein Insolvenzverfahren beantragt. Verbliebene wie SMA Solar enttäuschen seit Jahren ihre Aktionäre. Auch Solarworld stand lange in der Kritik (siehe: „Chef Asbeck ist sauer“) und verfehlte seine Ziele. Doch am Montag legte Solarworld Absatzahlen vor, die über den eigenen Erwartungen lagen.

 

So steigerte Solarworld 2014 den Absatz von Solarstrommodulen und Bausätzen um 55 Prozent auf 849 MW. Plan war ein Zuwachs von „mindestens 40 Prozent“. In den USA wurde die Absatzmenge gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Solarworld hilft in Übersee, dass günstige China-Module durch Zölle künstlich verteuert werden.

Auch in Frankreich, Großbritannien und Japan zeigte Solarworld Dynamik. Selbst im deutschen Solarmarkt habe man im Kerngeschäft gegen den Markttrend zugelegt.

Da man weiterhin mit rückläufigen Preisen zu kämpfen hat, legte der Konzernumsatz mit 26 Prozent auf 573 Millionen Euro etwas weniger stark als der Absatz zu. Analysten hatten im Schnitt mit 592 Millionen Euro etwas mehr erwartet.

Wie Solarworld mitteilte, verbesserte sich das EBITDA auf 109 (2013: –147) Millionen Euro. Bereinigt um Sondereffekte wurde ein Mini-EBITDA in Höhe von zwei Millionen Euro erzielt.

Unterm Strich: Verlust

Ziel für 2014 sei die Steigerung der weltweiten Absatzmenge auf mehr als ein Gigawatt. Auch das operative EBIT (Vorjahr: –43 Millionen Euro) soll dabei ins Positive drehen. Analysten erwarten im Schnitt ein EBIT in Höhe von 21 Millionen Euro. Unterm Strich sehen die Experten – auch aufgrund der Zinsbelastung seitens der Verbindlichkeiten – jedoch noch einen Verlust in Höhe von fünf Millionen Euro.

Nur für Zocker
Solarworld hat die eigenen Ziele übertroffen, nicht jedoch die der Analysten. Vorbörslich notiert die Aktie 12 Prozent im Plus. Zocker haben ihre Freude an dem volatilen Papier. Aufgrund der weiterhin bestehenden Risiken halten sich defensive Anleger hingegen weiterhin zurück.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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