Solarworld
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Solarworld: Schuldenfrei durch großen Befreiungsschlag?

Mit einem Trick könnte sich Solarworld über Nacht von hohen Schulden befreien. Der Coup hätte jedoch auch Nachteile. Der Rebound der Aktie hat derweil an Schwung verloren.

Die Angst vor einer Pleite von Solarworld lässt sich in Zahlen ausdrücken: Die 2016 zur Rückzahlung anstehende Anleihe notiert nur noch bei 29 Prozent. Doch diese Skepsis der Anleihegläubiger könnte Solarworld nun zu seinem Vorteil nutzen und die Papiere frühzeitig zurückkaufen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Statt in vier Jahren 100 Prozent des Nennwertes und bis dahin eine laufende Verzinsung zu bezahlen, könnte Solarworld die Verpflichtungen der 2016 und 2017 auslaufenden Anleihen zu einem Bruchteil der in der Bilanz stehenden Werte egalisieren.

Die Zeitschrift Euro am Sonntag will von entsprechenden Gerüchten gehört haben. Theoretisch könnte Solarworld einen solchen Rückkauf der an der Börse nur noch zu 130 Millionen Euro gepreisten Anleihen stemmen. Unterm Strich würde sich die Bilanzsituation dadurch deutlich verbessern. Doch bislang verfügt Solarworld über ein hohes Cash-Ratio und kurzfristige Sicherheit. Da die Solarkrise 2013 noch anhalten dürfte, könnte das Kalkül daher lauten: Lieber kurzfristige Liquidität und dafür höhere langfristige Schulden. Der Idealfall wäre, eine langfristige Bankfinanzierung des Rückkaufs zu erhalten, was im jetzigen Umfeld jedoch nicht einfach werden dürfte.

Eine lohnenswerte Strategie für Anleger könnte es sein, die Anleihe long zu gehen und gleichzeitig die Aktie zu shorten: Geht Solarworld pleite, sollten die Put-Erlöse den Verlust der Anleihe kompensieren, gelingt die Rückzahlung, ist bis 2016 eine Verdreifachung der Anleihe-Position möglich.

Aktie meiden

Die Aktie verliert indes schon wieder an Kraft. Die aktuelle Schwäche könnte das Ende des Anfang September gestarteten Rebounds ("Kommt jetzt der Rebound?") markieren. Langfristanleger halten sich ohnehin weiterhin komplett zurück. Kurzfrist-Zocker kehren erst in die Aktie zurück, wenn das Papier den Freitagseröffnungskurs bei 1,45 Euro wieder überschreitet.

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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