Solarworld
von Florian Söllner - Leitender Redakteur

Solarworld: Heftige Klatsche und Indien-Hoffnung

Der Kursverfall der Solarworld-Aktie setzt sich fort. Solarexperte Wolfgang Hummel sieht das gesamte Geschäftsmodell unter Druck. Auch die Deutsche Bank rät von einem Investment ab. Der Abwärtstrend ist voll intakt.

Spät, aber gründlich: Die Analystenschar wendet sich von der Solarworld-Aktie ab. Die jüngste Klatsche kommt seitens der Deutschen Bank. Die dortigen Experten haben nun das Kursziel von 2,80 Euro auf 1,40 Euro halbiert. Vor wenigen Tagen hatte bereits UBS das alte Ziel von 3,00 Euro gegen ein neues bei 1,50 Euro getauscht. Das Gros der Analysten rät mittlerweile zum Verkauf der Aktie.

An der Skepsis der Anleger und Analysten ändert auch eine Pressemitteilung von Solarworld nichts. Demnach ist heute Asiens größter Solarpark im indischen Bundesstaat Gujarat ans Netz gegangen. Solarworld hat sich daran mit der Lieferung von Modulen mit einer Gesamtleistung von 10,6 Megawatt beteiligt.

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"Sehr teuere Fertigung"

Die Frage ist: Verdient Solarworld mit solchen Projekten noch genügend Geld? Solarexperte Wolfgang Hummel ist skeptisch: "Wir sehen das gesamte Geschäftsmodell von Solarworld unter Druck. Silizium und Wafer erlebten in den letzten Monaten einen großen Preisverfall. Solarworld hat mit Deutschland und den USA gleichzeitig zwei sehr teure Fertigungsstandorte."

Steiler Abwärtstrend

DER AKTIONÄR bleibt zunächst bei seiner Meinung: Nicht ins fallende Messer greifen. Die psychologisch wichtige 2-Euro-Marke war ohne Widerstand gefallen. Schnäppchenjäger sollten abwarten und ihr Pulver trocken halten. Zumal der Solarmodulhersteller derzeit mit vielen Problemen (siehe auch: "Bilanz-Zündstoff") kämpft.

Centrotherm ist ebenfalls auf ein neues Rekordtief gerutscht. Mehr zu Centrotherm lesen Sie in aktuellen Ausgabe des DER AKTIONÄR.

300 Prozent Short-Gewinne

Selbst der Wechselrichter-Weltmarktführer SMA Solar dürfte weiterhin unter Margendruck leiden. Die Short-Empfehlung mit der WKN RBS 78S (Plus 30 Prozent) bleibt ein Kauf. Auch der in diesem Aktienreport empfohlene Put auf First-Solar ist weiter aussichtsreich.

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