Solarworld
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Solarworld: Gerücht unwahr; immenser Verlust

Der deutsche Solarmodulbauer Solarworld hat erneut einen hohen Verlust eingefahren. Der Aktienkurs rutscht zur Handelseröffnung deutlich ins Minus. Zudem gibt es Klarheit, was ein Gerücht zur Schuldentilgung angeht.

Die Solarkrise geht weiter. Auch der Kursverfall der Solarworld-Aktie ist ungestoppt. Am Mittwoch verliert das Papier nach der Vorlage schwacher Zahlen deutlich an Wert. In den ersten neun Monaten 2012 sank der Umsatz um 38 Prozent auf 469 Millionen Euro. Dabei wurde ein EBIT von minus 190 Millionen Euro (Vorjahr 90 Millionen Euro Gewinn) ausgewiesen. Alleine im dritten Quartal wurde ein operativer Verlust von 46 Millionen Euro eingefahren. Eine Erholung ist nicht in Sicht: So ist der Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem zweiten Quartal deutlich von 170 Millionen Euro auf 129 Millionen Euro eingebrochen.

Logisch, dass sich die Bilanzkennzahlen nicht verbessert haben. Zum 30. September 2012 betrugen die liquiden Mittel nur noch 232 Millionen Euro (Ende 2011: 553). Auch deswegen bleibt der gerüchteweise anstehende finanzielle Befreiungsschlag aus. Solarworld teilte im Quartalsbericht mit: "Als kurzfristiges Ziel will der Konzern seine Liquidität schonen. Deswegen ist ein Rückkauf der im Jahr 2010 und im Jahr 2011 emittierten Anleihen derzeit nicht geplant."

Solarworld-Chef Frank Asbeck erklärt die hohen Verlust so: "Hauptursache sind Preisdumping chinesischer Solarhersteller und unzulässige Subventionen in China." Asbeck will nun mit neuen Produkten (etwa Eigenverbrauch-Lösungen) und der Erschließung neuer Solarmärkte punkten. Auch weiterer Personalabbau bleibt ein Thema. "Vor dem Hintergrund der fortgesetzt schwachen Nachfrage werden wir auch im 4. Quartal unsere Produktionskapazitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette nicht auslasten", so die Solarfirma.

Aktie meiden!

DER AKTIONÄR hält an seiner seit Monaten bestehenden Empfehlung fest: Langfristanleger sollten sich aufgrund der hohen Risiken zurückhalten. Auch aus kurzfristiger Sicht drängt sich derzeit kein Einstieg auf. Die Charttechnik hat sich mit dem Unterschreiten der 38-Tage-Linie weiter eingetrübt.

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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