Solarworld
- Alfred Maydorn - Redakteur

Solarworld: Aufholjagd jäh gestoppt – aber warum?

Der Kurs von Solarworld gibt zum Wochenauftakt deutlich nach. Die Aktie verliert rund fünf Prozent an Wert. Damit hat das Papier die zwischenzeitlichen Kursgewinne nach der Vorlage guter Geschäftszahlen für das erste Quartal in der vergangenen Woche fast komplett wieder abgegeben. Was sind die Hintergründe?

Wie gewonnen so zerronnen - nach Vorlage guter Zahlen für das erste Quartal schoss die Aktie von Solarworld in der zurückliegenden Woche kräftig nach oben, mittlerweile haben sich fast die kompletten Zuwächse wieder in Luft aufgelöst. Der Aktienkurs fällt am Montag auf 1,63 Euro zurück, nachdem er in der vergangenen Woche bis auf fast 1,90 Euro in die Höhe geschnellt war.

Preisdruck im zweiten Halbjahr

Keine Frage, das starke erste Quartal von Solarworld geht in erster Linie auf die Vorzieheffekte durch die Solarkürzung zurück. Viele Experten bezweifeln aber, dass sich der positive Trend fortsetzen kann. Die Analysten von Warburg Research bezeichnen das starke erste Quartal als Ausnahme im Jahr 2012: „Während Q2 noch ein relativ solides Quartal werden könnte, sollten sich der Preis- und Margendruck im zweiten Halbjahr erneut deutlich verstärken."

Negativer Cashflow

Problematisch ist zudem, dass trotz der hohen Nachfrage im ersten Quartal und des positiven EBIT ein negativer Cashflow auf der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von 11,5 Millionen Euro ausgewiesen werden musste. Durch Zinszahlungen und die Rückführung von Krediten reduzierte sich die Bruttoliquidität im Vergleich zum Jahresende um 85 Millionen auf 468 Millionen Euro. Das ist zwar noch immer ein solider Wert, aber Anleger stellen sich die Frage, wie sich die Bilanz entwickeln wird, wenn sich das Marktumfeld im weiteren Jahresverlauf wieder verschlechtert.

Erholung gestoppt

Ei gutes Quartal macht noch keinen Sommer. Vor allem dann nicht, wenn selbst dann kein positiver Cashflow erzielt werden kann. Vor diesem Hintergrund dürfte es für die Aktie schwer werden, zu einer längerfristigen Erholung anzusetzen. Augenscheinlich hat es noch nicht einmal zu der vom AKTIONÄR erwarteten technischen Erholung über die Marke von 2,00 Euro gereicht. Jetzt muss sogar mit einem Test der Jahrestiefstkurse bei 1,432 Euro gerechnet werden.

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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