Solarworld
- Maximilian Völkl

Solarworld: Asbeck attackiert Trina, Yingli und Co.

Solarworld-Chef Frank Asbeck greift die chinesische Konkurrenz erneut verbal an. Anlass ist ein kritischer Artikel der New York Times über die steigende Fehlerquote bei Solarmodulen chinesischer Hersteller. Asbeck fordert einheitliche Qualitätsstandards für alle Modulbauer.

Frank Asbeck bleibt bissig. Ohne die Firmen beim Namen zu nennen, kritisiert der Solarworld-Chef erneut die Konkurrenz aus China. Nachdem sich Asbeck bereits erfolgreich für die Strafzölle auf EU-Importe eingesetzt hat, fordert er nun einheitliche Qualitäts- und Sicherheitsstandards für alle Modulhersteller. Der Vorstandsvorsitzende fürchtet um das Image der europäischen Solarmodulhersteller, das durch die Billigmodule aus China Schaden nehmen würde.

Mangelnde Qualität

Anlass für die Kritik Asbecks ist ein Artikel der New York Times vom 28. Mai 2013. Die Zeitung kritisierte die chinesischen Hersteller, die aufgrund ihres eigens verantworteten Preisdumpings inzwischen selbst finanzielle Probleme haben. Da diese deshalb vermehrt an Qualität sparen würden, stiegen die Fehlerquoten und Mängel bei Solarmodulen. „Wir wollen nicht tatenlos dabei zusehen, wie das Image einer Zukunftstechnologie, die hier in Europa durch exzellentes Know-How und jahrzehntelange Erfahrung mühsam aufgebaut wurde, gerade durch qualitativ minderwertige Produkte unerfahrener Hersteller zunichte gemacht wird," so Asbeck. Laut Solarworld-Manager Gerhard Kleiss ist schlechte Qualität bei Solaranlagen besonders kritisch, da Kunden eine lange Lebensdauer und wirtschaftliche Zuverlässigkeit erwarten.

Berechtigte Kritik?

Die Kritik an der Konkurrenz aus den Reihen von Solarworld ist nicht neu. Der Modulhersteller hat in den letzten Jahren einiges an Marktanteilen an die chinesische Konkurrenz verloren. Doch chinesische Premiumhersteller wie Trina, Yingli und Co. haben bisher mit ihrer Qualität eigentlich keine Wünsche offen gelassen. Vielmehr lassen sich immer mehr Solarinvestoren von der guten Performance der chinesischen Solarplayer überzeugen.

Kein Investment                                                                 

Die erneute verbale Attacke Asbecks ändert nichts an der grundlegenden Situation der Aktie. Anleger sollten sich bewusst sein, dass sie voraussichtlich bald 95 Prozent ihrer Aktien verlieren werden. DER AKTIONÄR rät weiterhin von einem Investment ab.

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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