Solarworld
von Florian Söllner - Leitender Redakteur

Solar-Insider: Solarworld, Trina und Co vor Horrorjahr?

Der chinesischen Solarmodulbauer Trina Solar hat erneut verheerende Quartalszahlen vorgelegt. Insider berichten von gähnend leeren Produktionshallen. Auch 2013 dürfte aufgrund der Marktschwäche in Europa sehr anspruchsvoll werden.

„Ein Manager eines Solarmodulherstellers, der sagt, er verliere 2013 kein Geld, muss betrunken sein oder er lügt", so ein gut informiert Solar-Insider gegenüber dem AKTIONÄR. Der europäische Absatzmarkt drohe nächstes Jahr um 50 Prozent einbrechen. Das trifft auch chinesische Hersteller. Trina Solar etwa hat in den letzten zwei Quartalen rund 40 Prozent seiner Umsätze in Deutschland erzielt. Die Überkapazitäten bleiben das bestimmende Thema:  Die Fabrikhallen seien teilweise selbst bei großen Herstellern wie Trina Solar und Yingli gähnend leer - es werde zu großen Teilen nicht mehr produziert, so der Topmanager einer privaten deutschen Solarfirma gegenüber dem AKTIONÄR. Voll sind in Asien und Europa hingegen die Lagerhallen der Hersteller und Händler.

Abverkauf

Das Dilemma der Solarbranche spiegelt sich auch in den gestern vorgelegten Zahlen von Trina Solar wider. Die Rohmarge lag im dritten Quartal nur noch bei mageren 0,8 Prozent nach immerhin 8,4 Prozent im Vorquartal. Die EBIT-Marge belief sich auf minus 26 Prozent. Bei einem Umsatz von 298 Millionen Euro wurde ein Nettoverlust von 58 Millionen Euro eingefahren. Trina versucht derzeit den Cashflow durch die Drosselung der Produktion und den gleichzeitigen Abverkauf von Lagerware zu schonen.

Der Preisverfall geht weiter. Solarserver zufolge ist der Preis für chinesische Solarmodule in diesem Jahr um 28 Prozent auf 0,57 Euro gefallen. Selbst den wichtigsten Rohstoff Silizium herausgerechnet, beziffert Trina Solar die Herstellungskosten derzeit auf 0,42 Euro je Watt. Und es wird immer härter: Der Solar-Insider sagte, dass für 2013 bereits chinesische Qualitätsmodule für unter 0,40 Euro je Watt angeboten werden.

Hoffnung China

Trina hofft nun, dass die eigene Regierung dem heimischen Solarmarkt neue Impulse gibt. Derzeit erzielt Trina 15 Prozent seiner Umsätze in China. „Die Zentralregierung fordert gegenwärtig insbesondere die Provinzregierungen zur Installation von PV-Systemen auf öffentlichen Gebäuden (Schulen, Behörden, Krankenhäuser usw.) auf", so das Zentrum für Solarmarktforschung. Damit habe Trina einen Absatzmarkt als Ausweg, der Solarworld verschlossen sei. Die Experten weiter: "Auch Anti-Dumping oder Anti-Subventions (Ausgleichs-)zölle in der EU, wenn sie denn kämen,  würden nicht die entlastende Wirkung haben, welche Solarworld erhofft."

Entspannung nicht in Sicht

DER AKTIONÄR sieht derzeit weder operativ noch charttechnisch eine Entspannung bei Solarworld und Trina. Beide Aktien sollten gemieden werden bis sich eine saubere Bodenbildung abzeichnet. Die Risiken bei beiden Papieren sind derzeit zu hoch.

| Florian Söllner | 0 Kommentare

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