GAMELOFT
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Smartphone-Boom: Gameloft-Vorstand killt schlechte Games

Boommarkt Smartphone-Spiele. Die Aktie der französischen Gameloft ist nach starken Zahlen nach oben ausgebrochen. Der Höhenflug dürfte anhalten.

Alexandre de Rochefort hat bis zur Jahrtausendwende in London als Analyst bei Schroder Securities Aktien analysiert. Zur besten Aktiengesellschaft ist er gleich selbst gewechselt: Seit Juli 2000 ist er bei Gameloft für die Finanzen verantwortlich.

DER AKTIONÄR: Herr de Rochefort, vorab eine private Frage: Spielen Sie eigentlich auch selbst Gameloft-Spiele?

Alexandre de Rochefort: Ja, ich spiele sogar recht viel auf meinem iPad und meinem neuen iPhone 5. Aktuell ist Zombiewood mein Lieblingsspiel. Zu meinen All-Time-Favoriten zählen aber auch die Gameloft-Spiele The Amazing Spider-Man, The Settlers, Modern Combat 3 und N.O.V.A 3.

http://www.deraktionaer.de/upload_beitrag/Alexandre-de-Rochefort-040109_04_150x200_919970.jpg

Als Apple-Kunde werden Sie sicherlich die überraschende Preiserhöhung von Apple bei zahlreichen Apps bemerkt haben. Wie beeinflusst dies Gameloft?

Das ist noch zu frisch, um die Auswirkungen auf unseren Absatz oder Umsätze beurteilen zu können. Abschließend beurteilen können wir das erst in einigen Monaten. Doch ich erwarte nicht, dass dies ein Game-Changer ist. Zumal es nur Europa betrifft und wir einen großen Teil unserer Umsätze ohnehin außerhalb von Europa erzielen.

Gameloft hat in diesen Tagen erneut starke Zahlen vorgelegt. Dies überrascht - zumal es immer mehr Wettbewerber gibt.

Qualität ist der Schlüssel im Video-Game-Markt. Wir haben etwa Projekte wenige Wochen vor dem Marktstart noch gekillt, weil wir nicht davon überzeugt waren. Ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz ist, dass wir 100 Prozent der Spiele inhouse entwickeln.

Einige Konkurrenten kriseln und wären günstig zu haben. Wollen sie die hohen liquiden Mittel für Übernahmen einsetzen?

Wir sind immer offen und bereit für mögliche Übernahmen. Doch aktuell ist kein solcher Deal in der Pipeline. Wir bevorzugen es, organisch zu wachsen.

Was macht Gameloft stattdessen mit den überschüssigen Barmitteln?

Unsere signifikante Net-Cash-Position könnte in den nächsten Jahren vielmehr für einen Aktienrückkauf genutzt werden. Wir diskutieren intern solche Pläne. Dies würde unseren bestehenden Aktionären durch die Reduzierung der Aktienanzahl zugutekommen.

Die entscheidende Frage: Kann Gameloft trotz zahlreicher Konkurrenten das hohe Wachstum künftig aufrechterhalten?

Die Dynamik von Gameloft hat in den letzten Jahren zugenommen. Wir sind daher sehr zuversichtlich für die Zukunft. Wir haben die richtigen Weichen gestellt und sind in einer rasant wachsenden Branche in einer einzigartigen Position. Es gibt wohl keine andere Firma, die es schafft, jedes Jahr 30 Smartphone- und 25 Handyspiele für 1.000 unterschiedliche Endgeräte zu veröffentlichen. Nur wenige Player verstehen es, hochwertige Games profitabel zu vermarkten.

Gameloft ist anders. Wir besitzen ein besonderes Know-how und Marken, weltweit Vertriebspartnerschaften mit allen großen Branchenplayern und zudem eine vernünftige Kostenstruktur.

Die aktuelle AKTIONÄR-Einschätzung zu Gameloft lesen sie hier.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Werner Sperber | 0 Kommentare

Börsenwelt Presseschau: Gerry Weber International, DAX, Borussia Dortmund, Gameloft, Gilead Sciences und andere unter der Lupe

Der Aktionärsbrief heftet sich die Aktie von Gerry Weber International als "Bulle der Woche" ans Revers. Aktien-Strategie hat das passende Derivat für weitere Rückschläge des DAX. Börse Online möchte aus charttechnischen Gründen bei Borussia Dortmund mitspielen. Der Trend Invest Report spielt dagegen lieber mit Gameloft weiter. Trade24 setzt auf Gilead Sciences. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots. mehr
| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Freispiel

Die Electronic Entertainment Expo, kurz E3, war für Spielefreaks bislang das, was für Technikbegeisterte die CEBIT ist: einer der Höhepunkte des Jahres. Dieses Jahr aber war alles anders. Angeblich aus Kostengründen wurde die Messe verkleinert, rein kamen die Aussteller wenn überhaupt nur noch mit einer entsprechenden Einladung. mehr