INIT Innovation
- Michael Schröder - Redakteur

Hot-Stock Init: Die Richtung stimmt wieder - jetzt einsteigen?

Nach einer Gewinnwarnung und einer Kurshalbierung dürfte der Init AG die Rückkehr auf den Wachstumspfad gelingen. Anleger können dem Vorstand folgen und das Kursniveau zum Kauf nutzen.

Die Init-Aktie hat ihren Wert seit dem Börsengang im Jahr 2001 vervielfacht. Dass dieser Weg für alle Beteiligten kein leichter war, wird beim Blick auf den langfristigen Chart schnell klar. Mehrfach sackte der Kurs ab. Doch die Aktie erholte sich im Anschluss ebenso schnell wieder und markierte neue Höchststände. Es gibt gute Gründe, warum sich die Geschichte bei der Aktie des Spezialisten für Telematik- und Zahlungssysteme wiederholen könnte.

Vom ersten Tag an war es das Ziel von Gründer und Vorstand Dr. Gottfried Greschner, den technischen Fortschritt mit seinen maßgeschneiderten Lösungen für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verfügbar zu machen, damit dieser attraktiver, schneller und effizienter wird. Mittlerweile verfügen die Karlsruher mit den Geschäftsbereichen Telematiksoftware und Services sowie mobile Telematik- und elektronische Zahlungssysteme als weltweit einziger Anbieter über ein Produktportfolio, das nahezu sämtliche Anforderungen des ÖPNV abdeckt. „Aufgrund der Marktstellung sowie des integrierten Produktspektrums, welches sich aus der jahrelangen Erfahrung entwickelt hat, sehen wir Init prädestiniert für Großprojekte, die nur aus einer Hand von Firmen mit einer entsprechenden Kapitalkraft weltweit bedient werden können“, sagt Felix Lutz von der Quirin Bank.

Trotz der starken Nachfrage kam es immer wieder zu Rückschlägen in Form von Projektverschiebungen und Währungsverlusten. Zuletzt musste im Herbst 2015 die Jahresprognose gesenkt werden. Die neuen Ziele wurden erreicht. Das EBIT lag im abgelaufenen Jahr bei 10,8 Millionen Euro. Die korrigierte Prognose betrug zehn bis zwölf Millionen Euro (Vorjahr: 18,7 Millionen Euro). Gegenüber dem AKTIONÄR sagte Vorstand Dr. Gottfried Greschner, dass dafür der Kursverfall des Kanadischen Dollars, Aufwendungen für die Markterschließung in Asien und geringere Margen verantwortlich waren.
Der Gewinn je Aktie verringerte sich auf 0,75 Euro (Vorjahr: 1,20 Euro). Die Konsequenz: Die Dividende wurde von 80 auf 20 Cent zusammengestrichen.

Der Umsatz hat 2015 mit 105,3 Millionen Euro (Vorjahr: 103 Millionen Euro) zwar einen Rekordwert erreicht. Die Investoren reagierten dennoch verschnupft. Die Aktie ging auf Talfahrt. Vom Allzeithoch bei 28 Euro Ende Juli büßte der Titel über 55 Prozent an Wert ein und rutschte bis auf zwölf Euro ab.


Die Prognose für das laufende Jahr fällt mit einem Umsatz von 100 Millionen Euro und einem EBIT von rund acht Millionen Euro konservativ aus – zumal der Jahresstart recht vielversprechend war: „Wir haben innerhalb von wenigen Wochen jetzt zwei Großaufträge in Tampa (Florida) und Honolulu (Hawaii) im Gesamtvolumen von mehr als 30 Millionen Euro erhalten. Das bestätigt unsere Einschätzung, dass insbesondere multimodale Fahrgeldmanagementsysteme weltweit bei den Verkehrsbetrieben immer stärker gefragt sind“, so Greschner.

Man sieht, die Orderbücher füllen sich und die Gesellschaft ist auf einem guten Weg, den geplanten Ordereingang im laufenden Jahr in Höhe von 110 Millionen Euro (Vorjahr: 67,2 Millionen Euro) zu erreichen. Vor allem in Nordamerika, mit einem Umsatzanteil von rund 50 Prozent der wichtigste Wachstumsmarkt, hat Init in Sachen Ausschreibungen noch Pfeile im Köcher. Auch in Europa stehen wichtige Entscheidungen zur Auftragsvergabe an.

Als „unverzichtbare Investition in das nachhaltige Wachstum unseres Unternehmens“ bezeichnete Greschner auch die Erschließung des asiatischen Marktes. „Der asiatische Markt bietet ein hohes Potenzial. Allein vor dem Hintergrund, dass die Fahrzeugflotten der Verkehrsbetriebe um ein Vielfaches größer sind. Wir haben die ersten Pilotprojekte abgeschlossen und erhoffen uns daraus Aufträge“, so der Vorstand. Zunächst dürften den Kosten noch keine nennenswerten Erlöse gegenüber­stehen. „Wie man 2015 gesehen hat, erfordert die Ausweitung der Marktpräsenz in neue Regionen erhebliche Anlaufkosten sowie zumindest teilweise den Verzicht auf gewohnte Rentabilität der Projekte“, erklärt Analyst Lutz. „In Europa hat der Wettbewerb vor allem durch kleinere Anbieter stark zugenommen. Die Margen sind hier immer noch unter Druck.“

Traditionell verläuft die Umsatz- und Ergebnisverteilung bei Init über das Geschäftsjahr hinweg ungleichmäßig, wobei in der Regel die ersten Quartale die schwächeren sind und das vierte Quartal das stärkste. „Im Prinzip ist jeder Auftrag für uns eine Baustelle, die im Zeitplan geschlossen werden muss“, so Greschner. „Leider gibt es im Projektgeschäft häufig Störfaktoren, die man selbst nicht beeinflussen kann.“ Dennoch sollte es der Gesellschaft gelingen, die Prognosen für das laufende Jahr zu übertreffen.

Init hat sich in vielen Bereichen eine führende Marktposition erarbeitet, die der Gesellschaft entsprechende Wachstumschancen eröffnet. Mittelfristig liegen daher wieder Zuwachsraten von über zehn Prozent und EBIT-Margen von 15 Prozent und mehr im Rahmen des Möglichen. „Wichtig in diesem Zusammenhang ist der kontinuierliche Personalaufbau, der über die letzten Jahre stattgefunden hat. Kommen nicht schnell genug die erwarteten Ausschreibungen, könnte dies zu Konsequenzen führen“, hebt Quirin-Bank-Experte Lutz mögliche Risiken hervor.

Bekommt Init die Fremdwährungs­risiken in den Griff, können die Aufträge wie geplant abgearbeitet werden. Und kommen neue Großaufträge dazu, dürften Umsatz und Gewinn wieder nachhaltig anziehen. Der Vorstand ist überzeugt, dass sich die (Chart-)Geschichte wiederholt: Er hat zuletzt rund 30.000 Init-Aktien gekauft. Anleger mit Weitblick können dem Firmenlenker folgen und das aktuelle Niveau zum Einstieg nutzen.

 

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