Goldman
- Andreas Deutsch - Redakteur

Riesen-Skandal an Wall Street

Große amerikanische Banken haben offenbar jahrelang dabei geholfen, die wachsende Verschuldung Griechenlands zu verschleiern. Somit sei Griechenland ein Jahrzehnt in der Lage gewesen, die europäischen Stabilitätskriterien zu unterlaufen. Goldman Sachs etwa habe mehrere Milliarden Dollar geliehen.

Die amerikanische Finanzbranche hat Griechenland offenbar geholfen, sein massives Schuldenproblem über viele Jahre hinweg zu verschleiern. Das berichtet die New York Times. Goldman Sachs etwa habe Griechenland 2001 kurz nach der Aufnahme in die Eurozone mehrere Milliarden Dollar geliehen. Diese seien nicht als Kredit und somit als Schulden, sondern als Währungsgeschäft verbucht worden, so das Blatt. Als die Haushaltskrise in Griechenland immer dramatischere Züge annahm, seien mehrere Beauftragte von Goldman Sachs nach Athen gereist. Das Team habe der Regierung Finanzinstrumente vorgeschlagen, um die Zahlung fälliger Schulden in die ferne Zukunft zu verlegen. Auf diese Weise sollte die Offenlegung der Probleme vermieden werden. Die Regierung in Athen habe nicht zugestimmt.

Krumme Geschäfte?

Europaweit seien aber von Goldman Sachs, JPMorgan Chase und anderen Banken entwickelte Finanzinstrumente zum Einsatz gekommen, die zum Einbruch des amerikanischen Hypothekenmarktes und zuletzt zur Weltfinanzkrise geführt hätten, so die New York Times weiter. Mit Hilfe dieser Derivate sei es Politikern in Griechenland und Italien gelungen, die steigende Verschuldung zu vertuschen. Zur Erhaltung der Geldspritzen hätten die Länder künftige Einnahmen auf lange Sicht abgetreten, im Fall Griechenland etwa Einnahmen aus Flughafengebühren und Lotterien.

Harter Sparkurs

Die Finanzminister der Euro-Zone beraten heute in Brüssel über den Plan zur Sanierung des hoch verschuldeten griechischen Staatshaushalts. Am morgigen Dienstag sollen dann die Finanzminister der gesamten EU darüber entscheiden. Die Europäische Zentralbank will das Land zu harten Sparmaßnahmen zwingen. Unter anderem sollen die Steuern deutlich erhöht werden. Die Finanzminister der Euro-Gruppe halten diesen Schritt für zu hart. Sie befürchten soziale Unruhen in Griechenland.

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