Singulus
- Thomas Bergmann - Redakteur

Singulus Technologies: Panik bricht aus

Es hatte sich angedeutet, aber dass es so schlimm kommen würde, hätte wohl niemand erwartet. Der Spezialanlagenbauer Singulus hat seine Ziele für das Gesamtjahr massiv nach unten korrigiert. Im außerbörslichen Handel erlebt die Aktie ein Desaster.

Der Spezialmaschinenbauer Singulus hat die Katze aus dem Sack gelassen: Nach diversen selbstkritischen Äußerungen zur Jahresprognose kassierte das Unternehmen am Donnerstagabend endgültig das Ziel eines positiven Jahresergebnisses ein. Die Anleger reagieren fast panisch und werfen die Papiere im außerbörslichen Handel auf den Markt. Bei Lang & Schwarz bricht der Kurs um 14 Prozent ein.

Tiefrot

Singulus rechnet nunmehr 2012 mit einem Gesamtergebnis inklusive Sonderaufwendungen von minus 54 bis 56 Millionen Euro. Auch der Umsatz werde mit 100 bis 115 Millionen Euro unter den Erwartungen der Gesellschaft bleiben.

Hintergrund der pessimistischeren Sicht des Unternehmens ist die  Entwicklung bei Blu-ray-Anlagen. Nach Kundengesprächen habe sich gezeigt, dass trotz eines hohen Auslastungsgrades in der Disc-Herstellung dieses Jahr keine größeren Investitionen in die Blu-ray-Fertigung mehr realisiert würden, hieß es in der Mitteilung weiter.

Durchgreifende Maßnahmen

Der Vorstand habe aufgrund der Geschäftssituation durchgreifende Maßnahmen beschlossen. Betroffen seien hiervon im Segment Optical Disc im Wesentlichen die ausländischen Niederlassungen und der Produktbereich Mastering". Außerdem sei die "Nasschemie" vom Rückgang im Markt für Silizium-basierte Solarzellen betroffen. Hier sollen bis zum Jahresende am Standort Fürstenfeldbruck etwa 40 Prozent der Arbeitnehmer entlassen werden.

Die Überprüfung sämtlicher Bilanzpositionen auf ihre Werthaltigkeit führt zudem für das laufende Quartal zu Rückstellungen, Wertberichtigungen von Vorräten und Forderungen sowie Abschreibungen in von 43,3 Millionen Euro.

Für die ersten neun Monate des laufenden Jahres rechnet Singulus mit einem Umsatzrückgang von 121,8 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf etwa 83,5 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Sonderaufwendungen dürfte bei minus 10,9 Millionen Euro liegen (Vorjahr: +6,3).

Singulus

Trend bestätigt

"Der Chart macht die News", heißt es an der Börse. Dies trifft auch auf Singulus zu 100 Prozent zu. DER AKTIONÄR rät weiterhin, die Finger von der Aktie zu lassen.

mit Material von dpa-AFX

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