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Singulus - Hängepartie

Der Spezialmaschinenhersteller hat für 2004 solide Geschäftszahlen gemeldet, enttäuschte die Anleger aber mit dem Ausblick für 2005. Erst im kommenden Jahr soll es wieder besser laufen. Die Aktie befindet sich aber schon jetzt in einer entscheidenden Phase.

Der Spezialmaschinenhersteller hat für 2004 solide Geschäftszahlen gemeldet, enttäuschte die Anleger aber mit dem Ausblick für 2005. Erst im kommenden Jahr soll es wieder besser laufen. Die Aktie befindet sich aber schon jetzt in einer entscheidenden Phase.

Von Martin Weiß

Der im TecDAX gelistete Spezialmaschinenhersteller Singulus Technologies hat im vergangenen Geschäftsjahr seinen Gewinn um sechs Prozent auf 47,2 Millionen Euro gesteigert und damit die Prognosen übertroffen. Der Gewinn pro Aktie erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 1,20 auf 1,28 Euro. Nach einem schwächeren Handelsstart, in dessen Verlauf der Aktienkurs hinter der Entwicklung des Gesamtmarktes zurückblieb, zieht der Kurs nun deutlich an. Das Papier notiert im Xetra-System gegen 11.15 Uhr mit 1,6 Prozent im Plus bei 10,97 Euro. Gegen 13.00 Uhr hält Singulus ein Analystentreffen ab.

2005 wird Übergangsjahr

Von Euphorie unter den Anlegern kann aber nicht die Rede sein. "Die Zahlen gehen in Ordnung, aber der Ausblick ist enttäuschend", sagte ein Händler. Singulus rechnet für 2005 mit einem rückläufigen Umsatz und Gewinn und verweist dabei auf umfangreiche Umstellungen bei den Produktionslinien. "2005 ist für uns ein Übergangsjahr zur dritten Generation optischer Speichermedien", sagte Vorstandschef Roland Lacher am Donnerstag. 2004 seien bereits rund ein Drittel weniger Maschinen zur Produktion klassischer CD-Rs verkauft worden. Gleichzeitig ist das Geschäft mit den neuen Produktlinien für den leistungsfähigen HD-DVD- und DVD9-Standard noch nicht richtig angelaufen. Für die Anleger dürfte sich das nach einer längeren Hängepartie anhören.

Singulus nur charttechnisch interessant

Die Analysten von SES Research nennen in ihrer aktuellen Kurzstudie einen fairen Wert für die Titel von 19 Euro - das entspricht vom aktuellen Niveau aus gerechnet einer Kurschance von etwas mehr als 70 Prozent. Ob sich die Titel mit der Empfehlung im Rücken sofort in die Höhe schwingen, darf aber wegen der fehlenden Impulse aus dem operativen Geschäft stark bezweifelt werden. Charttechnisch befindet sich Singulus in einer entscheidenden Phase: Am Mittwoch fiel das Papier bis in die unmittelbare Nähe des September-Tiefs (10,17 Euro), prallte dort ab und stieg anschließend bis auf 11,07 Euro. Kann sich Singulus in den kommenden Wochen über dieser wichtigen Unterstützung halten, dann sollte ein Anstieg bis auf 12,50 Euro möglich sein. Ein Break unter 10,17 Euro eröffnete weiteres Verlustpotenzial bis auf 9,25 Euro.

Es fehlen die Impulse

Fazit: Aus fundamentalen Gründen drängt sich trotz der günstigen Bewertung der Titel derzeit kein Engagement auf - es fehlen ganz einfach die Impulse. Aus charttechnischer Sicht könnte sich der Aufbau einer kleineren Long-Position knapp über der Unterstützungsmarke aber durchaus lohnen.

 

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