Siltronic
- Michael Schröder - Redakteur

Siltronic vor Gegenbewegung: Die Zeit ist reif!

Technologieaktien mussten zuletzt schwere Verluste hinnehmen. Die Sorgen um eine Abschwächung des weltweiten Halbleiterzyklus drückten auf die Stimmung. Zudem sorgt der Handelsstreit zwischen China und den USA sorgt für Verunsicherung. Der Waferhersteller Siltronic zeigt sich dagegen weiterhin recht optimistisch.

Bei der Präsentation der Zahlen zum dritten Quartal vor wenigen Wochen blickte Siltronic-Vorstand Dr. Christoph von Plotho zuversichtlich auf das vierte Quartal 2018. „Die Nachfrage nach Wafern ist unvermindert hoch und wir sehen weiter eine positive Entwicklung bei den Durchschnittspreisen.“ Daher wurde die Umsatzprognose leicht angehoben. Finanzchef Rainer Irle legte Anfang der Woche auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt nach. Zuletzt habe man Quartal für Quartal einen positiven Trend bei den Verkaufspreisen gesehen. „Aber die Preissprünge werden kleiner“, schränkte Irle etwas ein.

Größere Orderstornierungen habe es bislang aber nicht gegeben. Die Kunden hätten wegen der hohen Nachfrage derzeit extrem niedrige Lagerbestände. Oft reichten die Bestände nur noch für rund eine Woche, statt der branchenüblichen sechs Wochen. „Unsere Kunden würden ihre Lager gern weiter aufbauen, aber Wafer sind knapp“, so der Finanzchef.

40 Prozent des Umsatzes sind durch langfristige Verträge abgesichert – Tendenz steigend! Dabei kommt dem Waferhersteller seine breite Aufstellung zu Gute. 21 Prozent der Nachfrage kommt aus dem Smartphone-Markt. Dahinter folgen PCs, Notebooks und Server mit elf Prozent, industrielle Anwendungen (zehn Prozent), SSD-Laufwerke (zehn Prozent) sowie Produkten für die Autoindustrie (sieben Prozent). Zu den Kunden von Siltronic zählen Chiphersteller wie Infineon oder NXP.

Aufgrund des hohen Cashflows hat das Nettofinanzvermögen zum 30. September 2018 mit 715,8 Millionen Euro einen neuen Höchststand erreicht. Der Betrag besteht dabei in etwa zur Hälfte aus liquiden Mitteln und Festgeldern einschließlich Wertpapieren.

Der Ausblick passt: Bei Umsätzen in Höhe von 1,44 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,18 Milliarden Euro) dürfte im Gesamtjahr ein Gewinn je Aktie von 12,55 zu Buche stehen. Im kommenden Jahr ist ein Umsatzanstieg auf 1,6 Milliarden Euro möglich. Unterm Strich könnte dabei ein Gewinn je Aktie von 13,75 Euro herauskommen. Mit einem 2019er-KGV von 6 ist die Aktie angesichts der Aussichten auch im Peer-Group-Vergleich keinesfalls zu teuer, denn das Gros der Wettbewerber wird mit einem niedrigen zweistelligen KGV bewertet.

Die TecDAX-Aktie ist im laufenden Jahr vom Rekordhoch im März bei 160,55 Euro in der Spitze rund 60 Prozent zurückgefallenen. Aktuell arbeitet der Wert im Bereich zwischen 70 und 80 Euro an einer Stabilisierung. Eine technische Gegenbewegung scheint überfällig – auch dann dank der günstigen Bewertung. Die ersten Ziele warten bei 90 und 100 Euro.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

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