- DER AKTIONÄR

Silicon Sensor - Drei Jahre voraus

Das Berliner Hightech-Unternehmen Silicon Sensor steht nach der jüngsten Übernahme vor einem kräftigen Umsatz- und Ertragssprung. der aktionär hat den Vorstandsvorsitzenden Dr. Bernd Kriegel (Bild) zu den mittelfristigen Perspektiven befragt.

Das Berliner Hightech-Unternehmen Silicon Sensor steht nach der jüngsten Übernahme vor einem kräftigen Umsatz- und Ertragssprung. der aktionär hat den Vorstandsvorsitzenden Dr. Bernd Kriegel zu den mittelfristigen Perspektiven befragt.

DER AKTIONÄR: Herr Dr. Kriegel, im ersten Halbjahr verringerte sich der Konzernumsatz von 7,3 Millionen auf 6,6 Millionen Euro, der Gewinn je Aktie konnte jedoch mit 0,34 Euro auf Vorjahresniveau gehalten werden. Sind Sie mit dem Verlauf des ersten Halbjahres zufrieden?

Dr. Kriegel: Unser Umsatzniveau ist derzeit noch recht gering. Aufgrund verschiedener Projektgrößen kann da der Umsatz in den Abrechnungsscheiben schon mal pumpen. Das Jahr 2004 lief weit über den Erwartungen. Betrachtet man rückwirkend unsere Planungen war auch das Jahr 2005 bisher im Plan. Auch unsere Liquidität hat sich mehr als verdoppelt - insofern sind wir zufrieden.

Vor kurzem haben Sie ein Lieferabkommen mit einem großen, international tätigen Automobilzulieferer bekannt gegeben. Silicon Sensor will den Automobilmarkt in Zukunft mit neuen, innovativen Sensorsystemen beliefern. Was verbirgt sich dahinter?

Wir haben über einen relativ langen Zeitraum für einen Automobilzulieferer spezielle Sensoren entwickelt, die auf optischem Wege Abstände zu einem Hindernis vor dem KFZ während der Fahrt ermitteln. Daraus lassen sich intelligente Tempomat-Systeme oder auch Pre-Crash-Systeme bauen. Beides wird die Sicherheit im Automobil weiter erhöhen.

Am 16. September hat Silicon Sensor 84 Prozent an der Microelectronic Packaging Dresden GmbH (MPD) übernommen. Was erhoffen Sie sich von dieser Akquisition?

Mit der MPD besteht schon eine über zweijährige sehr gute Zusammenarbeit. Gemeinsam sind wir besser in der Lage, die Bedürfnisse der Automobilindustrie zu erfüllen. Darüber hinaus werden wir in die Lage versetzt, eigene Produkte zu entwickeln und an den Markt zu bringen.

Die erfolgreiche Akquisition der MPD GmbH ist für die Silicon Sensor Gruppe in mehrerer Hinsicht vorteilhaft. Zum Ersten verlängert die Firma mit ihren Packagingkapazitäten im Großserienbereich direkt die Wertschöpfungskette der Silicon Sensor Gruppe. Zum Zweiten werden MPD-eigene Sensorsystemlösungen unser Gruppenportfolio erweitern und gleichzeitig ist Silicon Sensor jetzt in der Lage eigenes kundenspezifisches Packaging auch im Bereich der Großserienproduktion, vor allem für die Automobilindustrie, anzubieten. Zum Dritten ist die erworbene Gesellschaft seit zehn Jahren mit einem extrem guten Image und einer hohen Kundenbindung am Markt, von der auch Silicon Sensor im Neugeschäft profitieren wird. Zum Vierten tragen die entstehenden Synergieeffekte zu Kostenreduzierungen bei. Gemeinsam mit der MPD GmbH erwartet die Silicon Sensor Gruppe für das Jahr 2006 einen Umsatz von circa 30 Millionen Euro und damit eine Verdopplung der Umsätze.

Wie erfolgt die Finanzierung der MPD-Übernahme?

Die Finanzierung erfolgt über eine Kapitalerhöhung im Verhältnis 25:12 mit Bezugsrecht der Altaktionäre. Der Rest wird über eine bankübliche Finanzierung beglichen.

Wie wird sich diese Übernahme auf ihre Planzahlen auswirken?

Die Planzahlen werden wir erhöhen, wenn die gemeinsame Arbeit mit dem Management der MPD begonnen hat. Kurzfristig werden sich sicher Belastungen aus den Nebenkosten der Akquisition und der Kapitalerhöhung ergeben, langfristig gesehen werden wir unseren Weg des soliden Wachstums weitergehen.

Kosteneinsparungen und hohe Skaleneffekte sollen Silicon Sensor einen überdurchschnittlichen Gewinnanstieg bescheren. Mit welchen Wachstumsraten rechnen Sie in den kommenden Jahren?

Wir haben ein durchschnittliches jährliches Wachstum der EBIT-Marge von 30 Prozent als Ziel. Die Marge selbst sollte sich dabei im Bereich von 25 bis 30 Prozent bewegen. Dies ist unabhängig der jeweiligen Anwendungssegmente. Wir bewegen uns im Highend-Markt.

Ihr Vertrag wurde bis 2010 verlängert. Was möchten Sie bis dahin mit Silicon Sensor noch erreichen?

Ich stehe zu dem von mir gegründeten Unternehmen. Wir sprachen eingangs über die schwankenden Umsätze in unserem Unternehmen. Ein großes Ziel ist, das Wachsen in einen Umsatzbereich oberhalb der 50 Millionen-Euro-Marke. Ein großer persönlicher Wunsch ist es, diese Umsätze dann in einer eigenen, neuen Sensorfabrik in Berlin zu tätigen.

Herr Dr. Kriegel, wir bedanken uns für das Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Das Interview führte Michael Lang.

Fazit: Drei Jahre voraus

Inklusive MPD wird Silicon Sensor das ursprünglich für 2009 angepeilte Umsatzniveau von 30 Millionen Euro bereits im Geschäftsjahr 2006 realisieren. Weitere Vorteile der Akquisition liegen im Großserien-Know-how von MPD sowie in den langjährigen Kundenbeziehungen der Dresdner im Automobilbereich. Aufgrund der intakten Wachstumsperspektiven sowie der überdurchschnittlichen operativen Margen, eignet sich Silicon Sensor auf aktuellem Niveau zur Depotbeimischung.

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