- DER AKTIONÄR

Silicon Sensor - "Eine neue Dimension"

Das Berliner Hightech-Unternehmen Silicon Sensor hat ehrgeizige Ziele. Das Erschließen neuer Segmente soll dem Nischenanbieter zu einem Wachstumsschub verhelfen. DER AKTIONÄR hat den Finanzvorstand, Dr. Hans-Georg Giering, zu den mittelfristigen Perspektiven des Unternehmens befragt.

Das Berliner Hightech-Unternehmen Silicon Sensor hat ehrgeizige Ziele. Das Erschließen neuer Segmente soll dem Nischenanbieter zu einem Wachstumsschub verhelfen. DER AKTIONÄR hat den Finanzvorstand, Dr. Hans-Georg Giering, zu den mittelfristigen Perspektiven des Unternehmens befragt.

Der Aktionär: Silicon Sensor hat im Geschäftsjahr 2004 mit einem Umsatz von 13,8 Millionen Euro und einem Gewinn je Aktie von 0,65 Euro die eigenen Prognosen deutlich übertroffen. War 2004 ein Ausnahmejahr?

Dr. Hans-Georg Giering: Natürlich war 2004 ein sehr erfolgreiches Jahr für Silicon Sensor. Im Gesamtkontext unserer Entwicklung sehen wir es jedoch als ein normales Jahr auf unserem Weg einer soliden Entwicklung unseres Geschäftes an. Nachdem wir jetzt drei Jahre in Folge unseren Gewinn vor Steuern jedes Jahr annähernd verdoppelt haben, wird die Entwicklung 2005 sicher etwas "normaler" verlaufen, weil wir verstärkt in den Ausbau unserer Vertriebsmannschaft investieren werden. Unabhängig davon bleiben die Skalierungseffekte natürlich bestehen. Die jetzt erreichte Profitabilität gibt uns die Möglichkeit, unser Geschäft auf einer stabilen Grundlage systematisch weiter auszubauen.

Was werden voraussichtlich die Highlights im laufenden Jahr sein?

An allererster Stelle steht die Weiterentwicklung unserer sehr guten Kontakte zu den bestehenden Kunden. Damit begründen wir die Basis unseres guten Rufes am Markt und gelangen auch schneller zu Neuprojekten. Aufgrund der hohen wechselseitigen Abhängigkeit zwischen unseren Kunden und Silicon Sensor "verkaufen" wir bei Neuprojekten in erster Linie das Vertrauen in unsere Leistungsfähigkeit für die Zukunft. Nur wenn unser Kunde überzeugt ist, dass wir auch in den nächsten Jahren stabil entwickeln und produzieren können, wird er einen größeren Auftrag bei uns platzieren. Diese Entwicklung können wir sehr gut bei aktuellen Vertragsverhandlungen nachvollziehen. Wir gehen davon aus, dass es uns gelingt 2005 ein völlig neues Segment außerhalb der Automobilindustrie zu erschließen. Details möchte ich mit Rücksicht auf die laufenden Verhandlungen jetzt noch nicht bekannt geben. Wenn uns dieser Wurf allerdings gelingen sollte, dann stoßen wir sehr viel schneller in die Dimensionen vor, die wir derzeit für die nächsten fünf Jahre planen. Darüber hinaus wird 2005 vor allem für unsere amerikanische Tochtergesellschaft ein sehr spannendes Jahr werden. Auch in Amerika laufen die Vorbereitungen für die Verstärkung des Vertriebes. Mit den ersten Ergebnissen aus der Vertriebsoffensive rechnen wir bereits im laufenden Geschäftsjahr 2005.

Wie sieht es mit dem Bereich Automotive aus. Sollte da nicht auch ein Vertragsabschluss ins Haus stehen?

Derzeit versuchen wir von unserer Seite alles nur Mögliche, um die Bedürfnisse unseres Kunden in vollem Umfang zufrieden zu stellen. Wir gehen davon aus, dass die Verhandlungen noch im ersten Halbjahr 2005 für beide Seiten zufrieden stellend abgeschlossen werden können. Dies wäre dann unser erster Schritt in den Bereich der Großserienproduktion, der Silicon Sensor ab 2008 in eine neue Dimension von Umsatz und Ertrag führen wird.

 

Könnten Sie die Preise für Ihre Produkte noch erhöhen, wenn Sie sich mit einem ihrer Mitanbieter zusammenschließen würden?

Würde es gelingen, sich mit einem unserer Wettbewerber zusammenzuschließen, dann würden "ungeahnte Synergieeffekte" zum Tragen kommen. Die Voraussetzung dafür ist in jedem Fall eine starke Position auf den Heimatmärkten. Daran arbeiten wir.

Wie bewerten Sie die Veränderungen im Aktionärskreis?

Ich begrüße das stark wachsende Interesse von institutionellen Anlegern. Die gesunde Entwicklung von Silicon Sensor und die Liquidität im täglichen Börsenhandel hat die Aktie mittlerweile auch für diese Anlegergruppe attraktiv gemacht. Insofern hat 2004 hier eine wirkliche Wende gebracht, denn die Investitionsentscheidungen sind gefallen, nachdem man unsere Aktie teilweise über Jahre beobachtet hat. Der Vorstand wird alles in seinen Kräften Liegende tun, um dieses gewachsene Vertrauen nicht zu enttäuschen.

Sie haben neulich alle Ihre eigenen Aktien persönlich verkauft. Glauben Sie nicht mehr an die Zukunft der Firma?

Der Verkauf hat nichts mit meinem Glauben an die weitere Entwicklung von Silicon Sensor zu tun, sondern persönliche Gründe, die ich Sie bitte zu akzeptieren. Zudem bietet mir das Aktienoptionsprogramm von Silicon Sensor die Möglichkeit, in den nächsten drei Jahren bis zu 20.000 Aktien zu erwerben. Davon werde ich sicher auch aus heutiger Sicht Gebrauch machen.

Sie haben Silicon Sensor seit Beginn Ihrer Tätigkeit kaufmännisch nach vorne gebracht und sind auch in Vertriebsfragen sehr kompetent. Haben Sie persönlich ein Ziel, das Sie bis zum Ende Ihres jetzt laufenden Vorstandsvertrages im Jahre 2009 erreichen wollen?

Gemeinsam mit der Kraft aller unserer Mitarbeiter daran zu arbeiten, unseren Umsatz auf über 30 Millionen Euro und unser EBIT auf über sechs Millionen Euro zu steigern und gleichzeitig die Anzahl unserer Arbeitsplätze hier in Deutschland zu verdoppeln.

 

Und was wäre für Sie ein schönes Zwischenergebnis?

Es wäre für die Aktionäre von Silicon Sensor und auch für mich persönlich sehr erfreulich, wenn es gelingen könnte im internationalen Konzert der Anbieter um einen Platz nach vorn zu rücken und weltweit die Nummer drei zu werden.

Intakte Erfolgsstory

Die in Ausgabe 43/2004 zum Kurs von 8,70 Euro empfohlene Aktie von Silicon Sensor hat das AKTIONÄRS-Kursziel von 15 Euro zwischenzeitlich erreicht. Da das Papier trotz des 70-prozentigen Kursgewinns mit einem 2006er-KGV von 13 im Branchenvergleich nach wie vor sehr günstig bewertet ist und die Berliner zudem für weitere positive Überraschungen gut sind, erhöht DER AKTIONÄR das Ziel auf 20 Euro. Gleichzeitig empfiehlt es sich, den Stoppkurs auf elf Euro nachzuziehen. Noch nicht investierte Anleger sollten Kurse im Bereich von 14 Euro zum Einstieg nutzen.

Das Interview führte Michael Lang.

Artikel aus DER AKTIONÄR (17/05)

 

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