Coeur D'alene New
- Markus Bußler - Redakteur

Silber: Zwei Aktien im Brennpunkt

Der Silberpreis hat gestern im Tagesverlauf ein beeindruckendes Comeback gefeiert. Und mit dem Silberpreis feierten auch viele Aktien von primären Silberproduzenten ein Comeback. Doch entgegen dem Trend musste einer der großen Hoffnungsträger der Branche, Tahoe Resources, deutlich Federn lassen. Die Gründe liegen auf politischer Ebene.

Tahoe Resources betreibt die Escobal Mine in Guatemala. Dabei handelt es sich um eines der ertragreichsten Silberprojekte mit erstaunlich niedrigen Kosten. Das Unternehmen war bislang einer der wenigen primären Silberproduzenten, der angesichts des Preisverfalls bei Silber noch eine starke Marge vorweisen konnte. Doch diese Marge dürfte nun unter Druck kommen. Der Grund liegt in einer Entscheidung des Kongress in Guatemala. Die Politiker wollen die Royalty-Steuer auf Minenprojekte um auf 10 Prozent anheben – bislang lag die Steuer bei 5 Prozent.

Steuerliche Katastrophe
Was bedeutet das für Tahoe Resources? BMO Capital geht davon aus, dass die Steuererhöhung den Unternehmenswert bei den augenblicklichen Silberpreisen um 11 Prozent drücken würde. Der Gewinn je Aktie sollte sich um 15 Prozent verringern. Und TD Securities erinnert daran, dass Tahoe ohnehin noch 7 Prozent Royalty auf die Schmelze zahlt. Eine kombinierte Steuer von 17 Prozent mache das Projekt zu einem der beschwerlichsten aus steuerlichen Gesichtspunkten in der gesamten Minenindustrie. Die Aktie verlor gestern fast zehn Prozent. Zwar ist es verständlich, dass Guatemala an Steuereinnahmen interessiert ist. Doch eine solche Steuererhöhung angesichts der aktuellen Weltmarktpreise von Gold und Silber durchzuführen, zeugt von wenig Fingerspitzengefühl und dürfte auf neue Investoren abschreckend wirken. Damit wird man sich langfristig einen Bärendienst erweisen.

 

Auf der Gewinnerliste mit einem Plus von fast zehn Prozent fand sich hingegen die Aktie von Coeur Mining wieder. Der Silberproduzent will offensichtlich Paramount Gold and Silber übernehmen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters befinden sich die Gespräche bereits im fortgeschrittenen Stadium. Der größte US-Silberproduzent würde damit Stellung in Mexiko ausbauen. Das Gute für Coeur: Mit dem Kauf der San Miguel Mine, die in Nachbarschaft zur Coeurs Palmarejo Mine im Norden Mexikos liegt, würde Palmarejo eine der größten und ertragreichsten Silber- und Goldminen weltweit mit einer Lebenszeit von mindestens sieben Jahren bleiben. Kein Wunder, dass der Markt nach anfänglichem Zögern positiv auf die Nachricht reagiert hat.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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