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- Maximilian Völkl

Siemens-Rivale ABB: Im Kaufrausch – nächste Attacke auf Siemens?

Im Wettbewerb der Industriekonzerne will die Schweizer ABB den Rückstand auf Siemens verkürzen. Mit den milliardenschweren Übernahmen von Bernecker + Rainer sowie des Industriegeschäfts von General Electric hat der Konzern bereits in den Angriffsmodus geschaltet. Nun gibt es neue Übernahmegerüchte.

Angeblich soll ABB Interesse am dänischen Windkraftspezialisten Vestas Wind Systems haben. Bei Vestas droht der Wegfall von hohen Steuervergünstigungen in den USA, zudem macht der Preisdruck in der Branche dem Konzern zu schaffen. Die Aktie hat zuletzt deutlich nachgegeben, die Marktkapitalisierung beträgt aktuell noch knapp elf Milliarden Euro.

Gerüchte gibt es zudem, dass ABB als „weißer Ritter“ für den amerikanischen Rivalen Rockwell einspringen könnte. Der Automatisierungsspezialist hat zuletzt ein verbessertes Angebot von Emerson Electric über 29 Milliarden Dollar erneut abgelehnt. Begründung: Die Wachstumsaussichten würden sich bei einem Zusammenschluss eintrüben. Auch wenn Rockwell gut in das ABB-Portfolio passen würde, ist ein Investment unwahrscheinlich – ein Einstieg beim US-Konzern dürfte schlichtweg zu teuer sein für die Schweizer.

„Conviction Buy“

Zuversicht schürt die US-Investmentbank Goldman Sachs. Analystin Daniele Costa hat ABB auf der „Conviction Buy List“ mit einem Kursziel von 31 Franken (circa 26,60 Euro) bestätigt. Der Konzern habe wegen höherer Investitionen dem Wachstum der Konkurrenz hinterher gehinkt, sollte nun aber einen positiven Wendepunkt erreichen, so Costa. Sie sieht weiteres Kostensenkungspotenzial. Steigende Konsensschätzungen sollten zur wichtigsten Triebfeder für den Aktienkurs werden.

An Bord bleiben

2017 war für ABB ein Übergangsjahr. Mit dem Fokus auf die Industrieautomatisierung will der Konzern im kommenden Jahr aber voll angreifen. Eine neue Übernahme erscheint nach den milliardenschweren Käufen zwar unwahrscheinlich. Dennoch sind die Schweizer gut positioniert. Aus charttechnischer Sicht gilt es, die wichtige Marke bei 25 Schweizer Franken zu verteidigen. Anleger bleiben an Bord und lassen die Gewinne laufen.

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