Siemens
- Andreas Deutsch - Redakteur

Siemens: Riesiger Stellenabbau - Aktie steigt trotzdem

Siemens steht am Dienstag nach einem Bericht über Massenentlassungen im Fokus der Börsianer. Beim für den Herbst angekündigten Sparprogramm werde es unweigerlich um einen Stellenabbau gehen, schreibt die Börsen-Zeitung. Die Anleger reagieren gelassen auf die Nachricht.

Die Überlegungen des Siemens-Vorstands zielen auf tausende Arbeitsplätze, vielleicht werde sogar die symbolträchtige Zahl von 10.000 Stellen übertroffen, schreibt die Börsen-Zeitung. Siemens wollte den Bericht nicht kommentieren. Die Siemens-Aktie reagiert mit Kursgewinnen auf die Meldung. Ein Händler sagte: "Es sollte niemanden überraschen, dass Stellenstreichungen Teil der Kostensenkungsmaßnahmen sein werden."

Unternehmen arbeitet "gezielt an Kostensenkungen"

Im Juli hatte Siemens-Chef Löscher nach enttäuschenden Geschäftszahlen die Gewinnprognose mit einem dicken Fragezeichen versehen und für den Herbst ein Effizienz- und Kostenprogramm angekündigt. Damit will der Manager trotz des düsteren Ausblicks und hohen Preisdrucks die angeknackste Profitabilität des Konzerns wieder verbessern. Ob ein Stellenabbau dazu gehört, hatte der Manager offen gelassen.

In den vergangenen 15 Monaten hat Siemens weltweit netto rund 23.000 Stellen geschaffen, wie die Zeitung weiter berichtet. Davon 6.000 in Deutschland. Ende Juni beschäftigte der Konzern hierzulande rund 129.000 Menschen, weltweit waren es 410.000.

In allen Sektoren "arbeiten wir gezielt an Kostensenkungen", hatte Löscher im Juli gesagt. "Das ist kein Programm, das primär fokussiert, wie kann man bei Mitarbeitern durch einen Stellenabbau gegensteuern." Es gehe breit um die "Verbesserung von Kosten, Produktivität, Effizienz und Prozessen".

Die konkreten Pläne sollen im Oktober mit Führungskräften erörtert und dann vorgestellt werden. Seit der Ankündigung im Juli wird im Konzern nun über die nötigen Maßnahmen diskutiert. Laut der Zeitung ist klar, dass die Kostenstruktur an das veränderte Umfeld beispielsweise in Europa angepasst werden muss.

Bald bei 90 Euro?

Die Siemens-Aktie hat zuletzt Boden gutmachen können, was unter anderem an der Ankündigung lag, der Konzern werde eigene Aktien zurückkaufen. Es deutet einiges daraufhin, dass die Aktie wieder die obere Begrenzung des Seitwärtstrends im Bereich von 80 in Angriff nehmen wird. Gelingt der Ausbruch, wäre der Weg Richtung 90 Euro frei. Trading orientierte Anleger können zunächst auf eine Aufwärtsbewegung bis zur 80-Euro-Marke setzen.

Mit Material von dpa-AFX

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