Siemens
- Maximilian Völkl

Siemens: Sind die Zahlen wirklich so schlecht?

Das schwache Ergebnis in der Kraftwerkssparte hat Siemens das abgelaufene Geschäftsjahr vermiest. Doch auch wenn es beim Industrieriesen auf Konzernebene kaum Wachstum gab, entwickelten sich die einzelnen Sparten teils sehr erfreulich. Ein detaillierter Blick auf die Zahlen lohnt sich.

Während der Gewinn in der Kraftwerksparte um über 75 Prozent eingebrochen ist, war die Entwicklung in anderen Geschäftsbereichen äußerst positiv. Vor allem die Gewinnperle Digitale Fabrik hat sich erneut glänzend entwickelt. Auch die Prozessindustrie und die Mobilitätssparte konnten deutlich zweistellige Zugewinne beim Vorsteuerergebnis aufweisen. Hinzu kommt das Comeback des Sorgenkinds Siemens Gamesa.

Siemens ist durchaus für die Zukunft gerüstet. Der angekündigte Umbau verspricht Fantasie, zahlreiche Megatrends wie die Industrie 4.0 oder intelligene Infrastruktur spielen dem Konzern langfristig in die Karten. Doch die Zahlen zeigen auch, dass der Einbruch in der umsatzstarken Kraftwerkssparte nicht so leicht zu verkraften ist. Es dürfte deshalb eine anspruchsvolle Aufgabe für das Management bleiben, den DAX-Konzern wieder auf Wachstum zu trimmen.

Halteposition

DER AKTIONÄR bleibt langfristig überzeugt von Siemens. Alleine die Digitale Fabrik und die Medizintechniktochter Healthineers decken beinahe die gesamte Bewertung des Konglomerats ab. Allerdings ist die Krise bei den Kraftwerken nachhaltig, weitere Umbaumaßnahmen wahrscheinlich. Hinzu kommt das schwache Chartbild. Neueinsteiger warten ab. Für investierte Anleger gilt der Stopp bei 95 Euro.

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