Siemens
- Markus Bußler - Redakteur

Siemens: Schwierige Zeiten

Die Aktie des Technologieunternehmens verharrt in den vergangenen Wochen lustlos unter der 80-Euro-Marke. Auch die jüngsten Äußerungen von Siemens-Chef Peter Löscher werden der Aktie keinen Rückenwind verleihen. Er sieht schwierige Zeiten auf das Unternehmen zukommen.

„Ich glaube, wir betreten ein Umfeld schwächeren Wachstums", sagte Löscher der Financial Times. In den USA dürfte der Gas-Boom einen wichtigen Schub geben. In Europa fehle aber ein derartiger Impuls. „Wir haben hier höhere Energiekosten und höhere Lohnkosten", sagte er. „Daher konzentrieren sich Unternehmen auf Produktivität und Kosten." Die Schübe, die Siemens vor der Krise gehabt habe, dürften so schnell nicht wieder kommen.

„Wir müssen besser werden"

Wie die Konkurrenz wird Siemens in die Mangel genommen von steigenden Kosten und Preiserosion in Sparten wie Windenergie. Starken Geschäften wie Gesundheit, Industrie und Energie stehen bei Siemens Bereiche gegenüber, die seit langem schwächer dastehen. Dazu gehört auch die Infrastruktursparte. „Wir können nicht erwarten, dass ein Sektor auf einmal doppelt so schnell wächst, wie bisher."

Dennoch sieht Löscher die Notwendigkeit, das Ruder umzulegen. „Wir müssen besser werden", sagte der Siemens-Chef. „Daran besteht kein Zweifel." Die Rendite auf das eingesetzte Kapital verschlechterte sich im vergangenen Jahr von 22 Prozent auf 17 Prozent. Der operative Gewinn schrumpfte von 9,4 auf 7,5 Milliarden Euro. Analysten halten dem Siemens-Chef vor, das 2011 ausgegebene Ziel, den Umsatz auf 100 Milliarden Euro zu steigern, sei ein Fehler gewesen. Dadurch habe das Unternehmen den Fokus auf die Ausweitung des Umsatzes auf Kosten der Gewinnmarge gelegt.

Die Siemens-Aktie kommt einfach nicht ins Laufen. Auch der Ausbruch Ende vergangenen Jahres über die 80-Euro-Marke führte nicht zu Anschlusskäufen. Offensichtlich herrscht im Markt eine anhaltende Skepsis gegenüber der Aktie. Diese Skepsis hat sicherlich auch mit dem Management zu tun. In den vergangenen Jahren wurden zu viele Zukäufe getätigt, die sich nie für das Unternehmen ausgezahlt haben. Jüngstes Beispiel sind hier sicherlich die Zukäufe im Solarbereich. Derzeit fehlt es an klaren Impulsen für die Aktie.

(mit Material von dpa-AFX)

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