Siemens
- Markus Bußler - Redakteur

Siemens: Schock

Jetzt ist es also amtlich: Was Marktbeobachter längst vermutet haben und selbst der Vorstand bereits mehrfach angedeutet hat, ist nun Realität: Siemens kappt die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr. Probleme im Energieübertragungsbereich dürften das Gewinnziel mit 600 bis 800 Millionen Euro belasten.

Bislang wollte Siemens einen Gewinn von sechs Milliarden Euro erzielen. Doch sowohl Vorstand Peter Löscher als auch Finanzvorstand Joe Kaeser hatten bereits im Januar gewarnt, dass die Gewinnziele zu hoch sein könnten. Ganz unvorbereitet trifft die Gewinnwarnung den Markt also nicht. Siemens kämpft insbesondere mit Problemen bei der Anbindung von Nordsee-Windparks. Die Projektkosten im Power-Transmission-Bereich drückten im zweiten Halbjahr mit 278 Millionen Euro auf das Ergebnis.

Neubestellungen gehen zurück

Zudem bekommt das im DAX notierte Unternehmen die Konjunkturschwäche zu spüren. Im zweiten Quartal nahmen die Neubestellungen um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 17,9 Milliarden ab. Das Unternehmen begründete die Entwicklung mit weniger Großaufträgen als im Vorjahreszeitraum. Auf der Umsatzseite profitierte Siemens noch von den Aufträgen der Vergangenheit, die Einnahmen kletterten um neun Prozent auf 19,3 Milliarden Euro.

Die Aktie von Siemens hat sich in den vergangenen zwölf Monaten zu einem der großen Sorgenkinder im DAX entwickelt. Das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks belastet weiterhin den Konzern, jetzt kommen auch noch Probleme im Energiegeschäft dazu. Auch der Medizinbereich ist zuletzt nicht so gut gelaufen, wie viele erwartet haben. Zwar dürften die schlechten Nachrichten mittlerweile im Kurs eingepreist sein. Dennoch fehlen die Impulse, die den Kurs kurzfristig nach oben treiben könnten. Anleger bleiben derzeit am Seitenrand.

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