Siemens
- Maximilian Völkl

Siemens: Radikaler Umbau, starke Zahlen – nimmt die Aktie jetzt Schwung auf?

Der Industriekonzern Siemens hat am Mittwoch Zahlen zum zweiten Quartal präsentiert. Diese lagen über den Erwartungen. Bereits am Dienstagabend hatte Siemens aufhorchen lassen, als Pläne bekannt wurden, dass die Kraftwerksparte an die Börse gehen soll. Anleger zeigen sich positiv überrascht, die Aktie führt den DAX im frühen Handel an.

Das bereinigte operative Ergebnis der Industriegeschäfte kletterte im zweiten Quartal um sieben Prozent auf 2,4 Milliarden Euro – Analysten hatten Stagnation erwartet. Digitale Fabrik und Medizintechnik lieferten hier einmal mehr den stärksten Beitrag. Wegen Sondereffekten im Vorjahr sank der Gewinn unter dem Strich zwar leicht von 1,95 auf 1,81 Milliarden Euro, doch auch hier wurde ein deutlicherer Rückgang befürchtet.

Quelle: Siemens

Den Umsatz steigerte Siemens um vier Prozent auf 20,9 Milliarden Euro. Auch der Auftragseingang zeigte sich mit einem Zuwachs von sechs Prozent auf 23,6 Milliarden Euro weiter robust. Hier zahlten sich vor allem mehrere Großaufträge der Zugsparte aus. Zudem bestätigte der Konzern die Prognose.

Umbau geht weiter

Am Mittwoch will sich Siemens zudem ausführlich zur neuen Struktur äußern. Der Fokus dürfte dabei auf der Kraftwerksparte liegen, nachdem diese ausgegliedert werden soll. Die neue Gesellschaft soll eigenständig an die Börse gehen und auch den Mehrheitsanteil an der Windtochter Siemens Gamesa übernehmen.

Um das Sorgenkind nicht mehr konsolidieren zu müssen, will Siemens die Mehrheit an der Sparte abgeben, aber als Ankeraktionär an Bord bleiben. „Der Anteil soll anfänglich bei etwas weniger als 50 Prozent liegen und auf Sicht die Sperrminorität nicht unterschreiten.“

Dabeibleiben

Zahlen und Strategie kommen an der Börse gut an. Die Aktie verteidigt die wichtige 100-Euro-Marke. Spielt das Marktumfeld wieder mit, dürfte der Blick nun nach oben gehen. Langfristig stimmen die Aussichten bei Siemens, die Lösung für die Kraftwerksparte ist ein wichtiger Schritt. Anleger bleiben dabei.

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  • Peter Janka -
    Nun sollen es die Aktionäre richten. Die Kraftwerkssparte, das Sorgenkind von Siemens wird an die Börse gebracht und damit die Risiken auf die zukünftigen Aktionäre übertragen. Ob das gut geht? Die früher bekannte Professionalität mit Börsengängen bei Siemenstöchtern ist mit dem letzten Börsengang von Siemens Healthineers dahin. Bereits wenige Wochen nach dem Börsendebut kam bereits die erste Umsatz- und Ergebniswarnung.

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| Jan Paul Fori | 0 Kommentare

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