Siemens
- Markus Bußler - Redakteur

Siemens: Nokia sei Dank

Lange Zeit hat der Markt gerätselt, was aus dem Problemprojekt Nokia Siemens Networks (NSN) werden wird. Jetzt scheint sich eine Lösung abzuzeichnen: Nokia will das Projekt komplett selbst übernehmen und kauft den Anteil von Siemens auf. Kaufpreis: 1,7 Milliarden Euro.

1,2 Milliarden Euro davon erhält Siemens in bar. Den Rest finanziert Siemens den Finnen erst einmal. Der Preis liegt damit unter dem Wert, über den zuletzt noch spekuliert worden war. Siemens hinkt bei Profitabilität hinter den wichtigsten Konkurrenten wie ABB und General Electric her und musste zuletzt die eigenen Prognosen immer wieder senken. Löscher will sich daher von Randbereichen trennen. So wurde zuletzt die verlustbringende Solarsparte geschlossen, kleinere Sparten sollen verkauft werden und die Lichttochter Osram wird in der kommenden Woche (8. Juli) an die eigenen Aktionäre abgegeben.

Abschluss im dritten Quartal

Der Münchener DAX-Konzern geht davon aus, dass der Deal im dritten Kalenderquartal abgeschlossen wird. NSN wird dann ein 100-prozentiges Tochterunternehmen von Nokia sein. Der Verwaltungsrat von Nokia sowie der Vorstand und der Aufsichtsrat von Siemens haben der Übernahme bereits zugestimmt.

Für Siemens sind dies sicherlich gute Nachrichten. Das Unternehmen wird einen weiteren Verlustbringer los und kann sich weiter auf das Kerngeschäft konzentrieren. Dies sollte sich mittelfristig für das Unternehmen auszahlen. Dass ein Teil des Kaufpreises durch Siemens finanziert wird, dürfte nicht allzu sehr schmerzen. Siemens verfügt über ausreichend Cash. Die Meldung sollte der Aktie positive Impulse liefern.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: So soll die Rettung gelingen

Der Umbau bei Siemens schreitet nach wie vor nur langsam voran. Vor allem bei der Zugfusion herrscht Ungewissheit. Um die EU zum Einlenken zu bringen, wollen der DAX-Konzern und der französische Partner Alstom den Wettbewerbshütern entgegenkommen. Das könnte allerdings den Sinn des … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Auf diese Marken kommt es jetzt an

In den vergangenen Monaten waren Industriekonglomerate an der Börse nicht sonderlich gefragt. Der dramatische Absturz von General Electric überlagert zwar alles, doch auch Siemens, ABB und Co konnten an der Börse nicht überzeugen. Bei Siemens bleibt das Charbtild aber interessant – und langfristig … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Das klingt vielversprechend

Der Umbau bei Siemens soll frischen Wind in den Konzern bringen. Künftig stehen drei „operative Unternehmen“ und drei „strategische Unternehmen“ nebeneinander. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Bereich „Intelligente Infrastruktur“. Jahrelang galt vor allem die Gebäudetechnik als … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Der Grund für den Erfolg

Durch den Umbau wird das Industriekonglomerat Siemens mehr und mehr aufgeweicht. Kritiker befürchten, dass dabei der starke Markenkern und die Identifikation von Arbeitnehmer und Kunden mit der deutschen Ikone verloren gehen. Teilweise wird die Auftrennung aber weniger radikal als befürchtet. Vor … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Keine Panik – die Zukunft ist gesichert

Digitale Industrien stehen bei der „Vision 2020+“ von Siemens im Mittelpunkt. Der DAX-Konzern will damit die Krise bei den Kraftwerken, die jahrelang für stabile Gewinne gesorgt haben, ausgleichen. Und der Plan könnte durchaus aufgehen: Denn das Geschäft mit vernetzten und intelligenten Maschinen … mehr