Siemens
- Markus Bußler - Redakteur

Siemens: Leuchtende Geschenke für die Aktionäre

Der Technologiekonzern Siemens macht ernst. Die Lichttochter Osram soll im Frühjahr abgespalten werden. 80,5 Prozent der Anteile sollen die Aktionäre bekommen. Die Rechnung sieht wie folgt aus: Je zehn Siemens-Aktien sollen die Aktionäre einen Osram-Anteilsschein bekommen.

17 Prozent der Osram-Anteile will Siemens selbst behalten, 2,5 Prozent soll der firmeneigene Pensionsfonds bekommen. Vorher dürfte es aber noch einmal einen harten Einschnitt bei dem Leuchtmittelhersteller geben. Das Unternehmen will einen Sanierungsplan auflegen. Dabei soll vor allem das Auslandsgeschäft gestrafft werden. Dabei geht es erneut um tausende Arbeitsplätze. Das Programm dürfte Osram noch einmal 500 Millionen Euro kosten. Doch damit will Siemens seine Lichttochter offensichtlich für die Börse fit machen, was sich durchaus positiv für die Aktionäre auszahlen dürfte.

Übernahme auf der Insel

Zudem wurde bekannt, dass Siemens die Bahnautomatisierungssparte von Invensys Plc übernehmen will. Der Kaufpreis soll bei 2,2 Milliarden Euro liegen. Die Tochtergesellschaft der britischen Invensys stellt unter anderem Signaltechnik und Software für die Londoner U-Bahn her. Die beiden Unternehmen planen, den Kauf im zweiten Quartal des kommenden Jahres abzuschließen. Die Sparte für Gepäckabfertigung, Brief- und Paketsortierung will Siemens veräußern.

Nachdem der Siemens-Vorstand in der Vergangenheit mit Zukäufen kein gutes Händchen bewiesen hat, dürfte sich dieser Zukauf auszahlen. Die Signaltechnik gilt als bestes Geschäftsfeld im Bereich der Bahnindustrie. Mit dem Zukauf könnte Siemens zum Marktführer in diesem Bereich aufsteigen. Zudem dürfte auch die Abspaltung von Osram der richtige Schritt sein. Der lange angestrebte Börsengang dürfte sich nach wie vor kaum realisieren lassen. Siemens wird durch die Abspaltung einen Klotz am Bein los.

Die Siemens-Aktie hat positiv auf die Nachrichten reagiert und nimmt einen weiteren Anlauf, die massive Widerstandszone zwischen 80,00 und 81,00 Euro zu überwinden. Gelingt der Ausbruch, sollten Anleger ihre Position prozyklisch ausbauen. Kurse von 90,00 Euro sind dann wahrscheinlich.

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