Siemens
- Markus Bußler - Redakteur

Siemens: Kommt die Gewinnwarnung?

Die Aktie von Siemens hat sich in den vergangenen Tagen alles andere als erfreulich entwickelt. Am heutigen Tag notiert das Papier ebenfalls im negativen Bereich. Der Grund dürfte in den Aussagen von Finanzvorstand Joe Kaeser zu finden sein. Er hat die eigene Prognose als „sehr ambitioniert“ bezeichnet.

Börsianer gehen davon aus, dass Kaeser den Markt auf eine Gewinnwarnung seitens Siemens vorbereitet. „Der Gegenwind ist rauer geworden. Seit der Veröffentlichung (des Ausblicks) im November ist es bestimmt nicht einfacher geworden, unsere Ziele zu erreichen", sagte Kaeser in einem Interview mit dem Wall Street Journal Deutschland. Bislang geht Siemens davon aus, die Einnahmen im Geschäftsjahr 2011/12 moderat steigern zu können. Konzernchef Peter Löscher hatte im November bis zu fünf Prozent Umsatzwachstum in Aussicht gestellt.

Kritik an der Politik

„Ich habe schon vor Monaten gesagt, dass diese Schuldenkrise und die dadurch ausgelösten Unsicherheiten die Weltwirtschaft beeinflussen werden", so Kaeser. „Denn Unternehmen, die nicht wissen, ob sie morgen noch einen Kredit bekommen, werden nicht investieren." Dabei übte der Finanzvorstand erneut Kritik an der Politik und deren zögerlichem Vorgehen in Sachen Schuldenkrise. Seiner Ansicht nach wiege der Vertrauensverlust schwer.  Kaeser geht davon aus, dass Siemens die Auswirkungen bereits im ersten und zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres spüren wird. Allerdings dürfte der hohe Auftragsbestand von rund 96 Milliarden Euro zunächst absichern.

Das Chartbild hat sich in den vergangenen Tagen nicht gerade aufgehellt. Die Aktie ist derzeit neben den Finanzwerten eine der schwächsten im gesamten DAX. Die jüngste Spekulation auf einen Ausbruch hat sich damit vorerst erledigt. Im Moment sollten Anleger die Aktie meiden, bis die Geschäftsaussichten klarer sind. Stützen könnte hingegen eine Aussage von Kaeser mit Blick auf eine mögliche Sonderausschüttung aufgrund des hohen Cashbestandes. „Am Ende des Geschäftsjahres 2011/12 werden wir sehen, wie wir unsere Liquidität managen." Aber bis dahin haben Anleger noch genügend Zeit, sich zu positionieren.

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