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Siemens: Gewinnprognose angehoben– Aktie steigt

Kurz vor der Hauptversammlung am heutigen Dienstag (26. Januar) hat Siemens die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Das dürfte Konzernchef Joe Kaeser Rückenwind geben, wenn er heute vor die Aktionäre tritt – kritische Fragen wird er sich aber trotzdem stellen lassen müssen.

Siemens ist besser in das Geschäftsjahr 2015/16 gestartet, als von vielen erwartet. Dank Großaufträgen in Europa und Afrika stieg der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel auf 22,8 Milliarden Euro. Im ersten Quartal hat der Konzern den Umsatz um acht Prozent auf 18,9 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Ergebnis im Industriegeschäft legte um zehn Prozent auf 1,99 Milliarden Euro zu, was auch die wichtige operative Ergebnismarge auf 10,4 Prozent steigen ließ.

An dieser Kennzahl bemisst Siemens maßgeblich den eigenen Erfolg - auf Jahressicht soll sie zwischen zehn und elf Prozent liegen. Unter dem Strich stand ein kräftiges Plus: Der Nettogewinn zog um 42 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro an - im Vorjahr hatten Sonderfaktoren abseits des Industriegeschäfts belastet.

Prognose angehoben – Risiken bleiben

Den starken Jahresauftakt nahmen Konzern-Chef Kaeser und Finanzchef Ralf Thomas zum Anlass, um die Gewinnprognose je Aktie auf 6,00 bis 6,40 Euro anzuheben – bisher hatte der Vorstand eine Spanne von 5,90 bis 6,20 Euro pro Aktie in Aussicht gestellt. „Wir haben ein starkes Quartal geliefert und sind mit der Umsetzung unserer Vision 2020 auf gutem Weg. Deshalb heben wir die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2016 an“, so Kaeser.

Makroökonomische und politische Entwicklungen würden die Märkte aber weiterhin belasten, betonte der Manager. Zusammen mit dem niedrigen Ölpreis hatte zuletzt ein langsameres Wirtschaftswachstum in China für Turbulenzen an den Börsen gesorgt - und auch viele Unternehmen in Deutschland skeptischer in die Zukunft blicken lassen: Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands am stärksten beachteter Frühindikator, fiel im Januar im Vergleich zum Vormonat.

Rückenwind für Kaeser

Die Zahlen liefern Kaeser nun starke Argumente, wenn er vor die Aktionäre tritt. Der Aktienkurs lässt seit längerem zu wünschen übrig - trotz milliardenschwerer Rückkaufprogramme. Auch an Kaeser selbst gab es zuletzt Kritik, weil er den US-Ölzulieferer Dresser-Rand für Milliarden einkaufte - just bevor der Ölpreis auf Talfahrt ging und nun die Geschäfte mit der Öl- und Gasbranche trübt. Zusätzlich haben einige Personalentscheidungen im Aufsichtsrat zuletzt für Misstöne gesorgt.

An der Seitenlinie

An der Börse kommen die Quartalszahlen und die Prognose-Erhöhung trotzdem zunächst gut an. Im frühen vorbörslichen Handel ist die Siemens-Aktie mit einem Plus von fast drei Prozent zeitweise der einzige Gewinner im DAX. DER AKTIONÄR bleibt dennoch bei seiner Empfehlung, vorerst an der Seitenlinie zu bleiben.

(Mit Material von dpa-AFX)

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