Siemens
- Maximilian Völkl

Siemens: Endlich Klartext!

Die Siemens-Aktie steht am Donnerstag deutlich unter Druck. Anleger reagieren enttäuscht auf die schwachen Zahlen. Besonders beim Wachstum hat der Industriekonzern die Erwartungen verfehlt. Es gibt allerdings auch positive Nachrichten: Die Pläne für die Medizintechniktochter Healthineers werden konkreter.

Im ersten Halbjahr 2018 soll die Medizintechniktochter an die Börse gehen. Laut dem zuständigen Vorstand Michael Sen ist dafür die Form eines IPO geplant. Die Kontrolle über Healthineers soll aber nach wie vor bei Siemens verbleiben. Durch einen klassischen Börsengang werde das höchste Wertsteigerungspotenzial erreicht, ergänzte Finanzvorstand Ralf Thomas.

Noch keine Entscheidung ist darüber gefallen, ob die Notierung in Frankfurt oder New York erfolgt. Sen und Thomas sehen einen Vorteil der USA: Viele Unternehmen aus der Healthineers-Peer-Group sind dort gelistet. Auch wenn Siemens mittelfristig weiter Einfluss ausüben will: Das IPO-Volumen soll in jedem Fall so gestaltet werden, dass es für Investoren attraktiv sei.

Starke Aussichten

Im dritten Quartal hat Healthineers seine Stärke unter Beweis gestellt. Mit einer operativen Marge von 17,2 Prozent war die Sparte die stärkste im Siemens-Verbund. Der Umsatz kletterte um vier Prozent auf 3,4 Milliarden Euro und das Ergebnis legte um neun Prozent auf 579 Millionen Euro zu. Dies lag im Rahmen der Erwartungen. Mittelfristig soll die Strategie „Healthineers Strategy 2025“ die marktführende Position sichern und ausbauen. Die fünf Felder künstliche Intelligenz, Präzisionsmedizin, nicht-invasive bis hoch-invasive Therapien und klinische Dienstleistungen sollen dabei das Fundament für die Zukunft bilden.

Es bleibt spannend

Konkrete Aussagen zu Healthineers sind erfreulich. Ein Börsengang erscheint die beste Lösung und bietet deutliches Wertschöpfungspotenzial. Langfristig ist Siemens ohnehin gut aufgestellt, vor allem die starke Position bei der Industrie 4.0 sollte sich auszahlen. Aktuell steht die Aktie aber weiter unter Verkaufsdruck. Das Chartbild trübt sich mehr und mehr ein. Anleger sollten vor einem Neueinstieg deshalb eine Trendwende abwarten.

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