Siemens
- Maximilian Völkl

Siemens: Die China-Wette – was steckt dahinter?

Die Talfahrt bei Siemens ist beendet. Die Aktie steht vor dem Bruch des Abwärtstrends. Künftig will der Konzern neue Wege gehen und sich noch stärker auf den wichtigen chinesischen Markt konzentrieren. Vorstandschef Joe Kaeser plant, die globale Forschung für autonome Robotertechnik in das Reich der Mitte verlagern.

Der Schritt birgt für Siemens große Chancen, aber auch Risiken. China ist seit 2013 der größte Robotermarkt der Welt. Stark: Trotz des hohen Niveaus legte der Absatz von Industrierobotern im vergangenen Jahr noch einmal um 30 Prozent zu. Der Branchenverband IFR geht davon aus, dass bis 2019 40 Prozent des Weltmarktes in China ablaufen. Vor allem beim Verkauf von Robotern holen auch die chinesischen Hersteller immer stärker auf. Der Vorteil von Siemens: Der Konzern liefert selbst keine eigenen Roboter, sondern lediglich Steuerungssysteme und weitere Werkzeuge für deren Betrieb. Diese werden auch von den Chinesen benötigt.

Mit dem Fokus auf den wichtigen Markt China will Siemens sein Wachstum weiter ankurbeln. Allerdings besteht die Gefahr, dass der technologische Vorsprung des DAX-Konzerns schmilzt. Ein neues Cybersicherheitsgesetz in China fordert beispielsweise die Offenlegung von Quellcodes sowie Einschränkungen bei der Verschlüsselung. Zudem müssen internationale Hersteller bei der Cloud – einem zentralen Baustein der Industrieautomation – mit einem chinesischen Partner wie Alibaba zusammenarbeiten. Sowohl aus Know-How-Sicht wie auch durch die langfristige Bindung und Abhängigkeit ist das ein Risiko.

Wichtiger Baustein

Trotz der Risiken: Siemens braucht China, um ein stabiles Wachstum zu generieren. Im vergangenen Jahr sanken die Umsätze des Konzerns dort um sieben Prozent, obwohl die Wirtschaft im Reich der Mitte um insgesamt 6,7 Prozent zugelegt hat. Dies soll sich jetzt wieder ändern. Wichtig: Denn auch im Rest der Welt häufen sich die Herausforderungen für die einzelnen Sparten. Dank seiner Innovationsstärke und der führenden Position bei der Industrie 4.0 ist Siemens hierfür aber gut gerüstet.

Der Fokus auf China ist richtig. Mit der Industriautomation, dem anstehenden Börsengang der Medizintechniktochter Healthineers oder der möglichen Zugfusion mit Bombardier hat Siemens mehrere Pfeile im Köcher, die den Aktienkurs nach oben treiben können. Der DAX-Wert bleibt ein Basisinvestment. Investierte Anleger sichern ihre Position mit einem Stoppkurs bei 100 Euro ab. Auch Neueinsteiger können noch zugreifen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Das kostet viel Geld

Nach den Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr ist die Siemens-Aktie unter Druck geraten. Die Probleme in den Energiesparten sowie bei Prozessindustrie und Antrieben haben das Ergebnis belastet. Der Umbau, den Konzernchef Joe Kaeser konsequent vorantreibt, macht deshalb Sinn. Zunächst einmal kostet … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Der Termin steht – die Fragen bleiben

Mitte November will Siemens seine Stellenabbau-Pläne in der Kraftwerksparte sowie bei Prozessindustrie und Antrieben vorstellen. Bislang hat sich der Konzern noch nicht im Detail zu entsprechenden Medienberichten geäußert. Von Arbeitnehmervertretern wie auch aus der Politik hagelte es deshalb … mehr