Siemens
- Maximilian Völkl

Update Siemens: Damit müssen Anleger morgen rechnen

Am Mittwoch veröffentlicht der Industriekonzern Siemens Zahlen für das zweite Quartal. Gleichzeitig wird auch der Kapitalmarkttag zum neuen Strategieprogramm „2020+“ abgehalten. Spannend wird, ob der DAX-Titel im schwierigen Marktumfeld die 100-Euro-Marke verteidigen kann. DER AKTIONÄR zeigt, worauf es besonders zu achten gilt.

Siemens befindet sich mitten im Konzernumbau. Windkraft und Medizintechnik sind bereits eigenständig, für die Zugtechnik werden auch nach dem Scheitern der Alstom-Fusion weitere Optionen wie ein Börsengang geprüft. Der Rest des Konzerns wird ebenfalls neu strukturiert, sodass es künftig drei operative Bereiche gibt.

Update: Am Dienstagabend gab Siemens bekannt, dass auch die Kraftwerkssparte abgespalten und bis September 2020 eigenständig an die Börse gehen soll. Diese wird damit künftig nicht mehr konsolidiert. Auch die verbliebene Beteiligung an der Windtochter Gamesa soll an die neue Tochter abgegeben werden.

Hoffnung auf neue Details

Die Experten rechnen damit, dass das erste Quartal wenig spektakulär verlaufen ist. Auftragseingang und Umsatz dürften steigen, das Ergebnis der Industriegeschäfte allerdings bei etwa 2,2 Milliarden Euro stagnieren. Nach Sondereffekten im Vorjahr wird der Gewinn wohl deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen.

Mit Spannung werden deshalb vor allem Aussagen zur neuen Strategie erwartet. Details zu Einsparpotenzialen, Wachstumsaussichten und Kosten der Neustrukturierung könnten der Aktie neue Impulse liefern. Um die Anleger wieder von der Aktie zu überzeugen, muss der DAX-Konzern vor allem die Margen wieder verbessern.

Das ist die Vision 2020+


Quelle: Siemens

Schwieriges Jahr

Für Siemens selbst ist 2019 allerdings ein weiteres Übergangsjahr. Das schwächelnde Kraftwerksgeschäft und der langwierige Umbau belasten. Bei der Marge dürfte es im laufenden Geschäftsjahr deshalb kaum große Fortschritte geben. Bereinigt um Kosten für den Personalabbau in der Kraftwerkssparte rechnet Siemens mit einer Marge im Industriegeschäft von elf bis zwölf Prozent – nach 11,3 Prozent im Vorjahr.

Mittelfristig will Siemens durch die Strategie 2020+ deutlich stärker wachsen. Der Umsatz soll durchschnittlich vier bis fünf Prozent zulegen, die Marge der Industriegeschäfte elf bis 15 Prozent erreichen. Das Ergebnis je Aktie soll dabei stärker wachsen als der Umsatz.

Wichtiger Tag

Durch die drohende Eskalation des Handelskonflikts hat sich auch bei Siemens das Chartbild wieder eingetrübt. Umso wichtiger ist es nun, dass der Konzern mit den Zahlen überzeugt und die Aktie die 100-Euro-Marke verteidigt. Auf lange Sicht bleibt DER AKTIONÄR überzeugt, dass Siemens mit den zukunftsträchtigen Bereichen wie den Digitalen Industrien oder der Intelligenten Infrastruktur gut aufgestellt ist. Investierte Anleger bleiben dabei.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Diese Zahlen sprechen eine klare Sprache

Eine turbulente Woche liegt hinter Siemens. Der Industriekonzern hat starke Zahlen präsentiert und angekündigt, die Kraftwerkssparte an die Börse zu bringen. Vorstandschef Joe Kaeser treibt seinen Umbau damit konsequent weiter voran. Digitale Fabrik und Intelligente Infrastruktur sollen die Zukunft … mehr