Siemens
- Markus Bußler - Redakteur

Siemens: BlackRock stockt auf

In den USA ist man offensichtlich davon überzeugt, dass die Siemens-Aktie derzeit zu günstig bewertet ist. Jedenfalls hat die US-Beteiligungsgesellschaft BlackRock ihren Anteil an dem DAX-Konzern auf über fünf Prozent aufgestockt. Sollten Anleger ebenfalls nachlegen?

Es ist nur wenige Wochen her, da überschlugen sich Analysten mit Kaufempfehlungen für den Mischkonzern. Dreistellige Kursziele machten die Runde. Mittlerweile sind die Experten deutlich vorsichtiger geworden. So sieht beispielsweise Sebastian Growe von der Commerzbank nur noch ein Kursziel von 75,00 Euro und stuft die Aktie mit „Hold" ein. Seine vorsichtige Einschätzung begründet er unter anderem mit dem Margendruck in den Sparten Power Transmission und Erneuerbare Energien. Auch die sich eintrübende Konjunktur dürfte auf Siemens lasten.

40 Prozent Potenzial

Auch Olivier Esnou von Exane BNP Paribas hat die Aktie von Siemens mit „Neutral" eingestuft. Allerdings sieht er ein Kursziel von 99,00 Euro. Daher überrascht diese Einschätzung, immerhin billigt er der Aktie vom aktuellen Niveau aus ein Potenzial von mehr als 40 Prozent zu. Auch er sieht eine Abkühlung der Auftragsdynamik. Seiner Ansicht nach könnte vor allem der Bereich industrielle Automatisierungstechnik unter einem schwächeren Auftragseingang leiden. Hier erwirtschafte Siemens 21 Prozent seiner Umsätze.

Dennoch: Bei aller Angst vor einer Rezession beziehungsweise einer Wachstumsdelle sollten Anleger die Fundamentaldaten nicht aus den Augen lassen. Zwar haben die Analysten in den vergangenen Tagen ihre Schätzungen reduziert. Dennoch weist die Aktie selbst auf Basis der reduzierten Schätzungen nur noch ein KGV von 9 auf. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Einstieg von BlackRock nachvollziehbar. Anleger sollten die Aktie weiter in ihrem Depot halten.

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