Siemens
- Markus Bußler - Redakteur

Siemens: Besser als die Schlagzeilen

Wie schlecht steht es wirklich um die Realwirtschaft? Nicht so schlimm, wie es uns die Schlagzeilen glauben machen wollen. Diese Ansicht vertritt zumindest Peter Löscher. Und als Vorstandsvorsitzender von Siemens muss er es eigentlich wissen. „Die Realwirtschaft steht robuster da, als die Schlagzeilen aus der Finanzwelt es glauben machen“, sagte er in einem Interview mit dem Tagesspiegel.

Gleichzeitig warnte der Konzernlenker jedoch vor einer Kreditklemme. „Eine Kreditklemme wäre fatal, auch für unser Geschäft und unsere Kunden", sagte Löscher. Allerdings habe die Europäische Zentralbank gerade gezeigt, dass sie „sehr aufmerksam ist und auch handlungsbereit". Siemens selbst habe eine Banklizenz und könne Kunden Finanzierungen anbieten.

Kritik von Kaeser

Finanzvorstand Joe Kaeser hatte die Bundesregierung wegen des mangelnden Tempos bei der Umsetzung der Energiewende kritisiert. „So stockt momentan zum Beispiel die Netzanbindung von Windparks in der Nordsee, weil die entsprechenden Spezifikationen und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen immer noch nicht geschaffen sind", sagte Kaeser dem Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung. Allein für Siemens könnten deshalb Mehrkosten bis zu mehreren Hundert Millionen Euro entstehen. Auch Kaeser äußerte Bedenken mit Blick auf die Banken. „Europa und besonders das exportorientierte Deutschland sind auf ein funktionierendes Bankenwesen angewiesen. Doch einige Banken stecken in beachtlichen Schwierigkeiten." Mit den verstärkten Kapitalisierungsanforderungen aus Basel III und den jüngeren EU-Beschlüssen würden viele Kreditinstitute gezwungen, ihre Bilanz und damit ihr Kreditvergabevolumen zu kürzen.

Siemens selbst dürfte jedoch von all diesen Problemen nur indirekte - durch Probleme der Kunden - betroffen sein. Der Konzern sitzt derzeit auf einer Liquidität von etwa zwölf Milliarden Euro. Die Siemens-Aktie steht derzeit kurz vor einem Ausbruch aus ihrer Konsolidierungsformation.

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