Siemens
- Markus Bußler - Redakteur

Siemens: Bald geht es los

Die Siemens-Aktie notiert nach wie vor nahe eines Mehrjahreshochs. Aus charttechnischer Situation bahnt sich damit ein großes Kaufsignal an. Unterstützung könnte der Kurs von fundamentaler Seite bekommen. Ab dem 1. Oktober soll die neue Struktur greifen. Und die könnte das Kostenprofil verbessern. Aber es gibt Unsicherheiten.


Der Elektrokonzern Siemens sieht die weltweite konjunkturelle Lage derzeit von viel Unsicherheit geprägt. „Wir haben ein paar geopolitische Einflussfaktoren, die die Investitionstätigkeit nicht gerade steigern“, sagte Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas am Mittwoch beim Richtfest für die neue Konzernzentrale in München. Vom Konflikt mit Russland sieht sich das Unternehmen, das viel Wertschöpfung im Land hat, zwar nicht so stark betroffen, doch sei der russische Markt speziell für Siemens-Kunden derzeit „nicht gerade auf der Überholspur“. Aus China kämen zudem sehr unterschiedliche Signale.

Ukraine-Konflikt
Bereits vor einigen Tagen waren hochrangige Wirtschaftsführer, darunter Siemens-Chef Joe Kaeser und BASF-Chef Kurt Bock, in Genf zu einem informellen Treffen zusammengekommen, um über den Ukraine-Konflikt zu beraten. Eingeladen hatte dazu der Veranstalter des Weltwirtschaftsforums in Davos, Klaus Schwab. Die Top-Manager verabschiedeten dabei einen Zehn-Punkte-Plan, mit dem sie sich unter anderem für einen intensiveren Dialog, die Beendigung provokanter und kriegerischer Sprache sowie ein Zurückdrehen der Sanktionen aussprechen.


Bei seinem tiefgreifenden Umbau sieht sich Siemens derweil im Plan. „Ab 1. Oktober geht es in der neuen Struktur los“, sagte Thomas. Siemens soll durch den Umbau schlanker und effizienter werden. So fällt die Einteilung des Geschäfts in die Sektoren Energie, Industrie, Medizintechnik sowie Infrastruktur und Städte weg, außerdem wird die Zahl der Divisionen reduziert. Spekuliert wird, dass der Umbau Tausende Jobs kosten könnte, genaue Zahlen sind aber noch nicht bekannt.

Die Siemens-Aktie gehört nicht nur aus charttechnischer Sicht zu einer der stärksten Aktien im DAX. Auch die Restrukturierung sorgt für Fantasie. Bis zum Jahresende sollte die Aktie deutlich dreistellige Kurse vorweisen können.

(mit Material von dpa-AFX)

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