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Sicheres Geschäft

<p>Ein entt&auml;uschender Ausblick schickte den Kurs der DEPFA Bank in den Keller. Seitdem l&auml;uft der Wert in einem engen Korridor seitw&auml;rts. Anleger k&ouml;nnen mit einem Discounter davon profitieren. Sowohl aus fundamentaler als aus technischer Sicht zeichnet sich eine Pattsituation ab. </p>

Ein enttäuschender Ausblick schickte den Kurs der DEPFA Bank in den Keller. Seitdem läuft der Wert in einem engen Korridor seitwärts. Anleger können mit einem Discounter davon profitieren.

Von Harald Gabel

Auf den ersten Blick präsentierte die DEPFA Bank gute Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Unter anderem wurde der Konzerngewinn um 32 Prozent auf 490 Millionen Euro gesteigert. Darin enthalten ist allerdings ein Gewinn von 50 Millionen Euro aus der Auflösung von stillen Reserven bei der Tochter Deutsche Pfandbriefbank. Des Weiteren wurden Erträge aus dem Verkauf von Aktiva in Höhe von 179 Millionen Euro ausgewiesen. Daneben erhöhte sich der Verwaltungsaufwand um 40,9 Prozent auf 162 Millionen Euro. Angesichts der geplanten Expansion in den USA dürften die Kosten noch weiter steigen. Wie schlecht zuletzt das Geschäft gelaufen ist, sieht man bei einer genaueren Analyse der Zahlen für das vierte Quartal: Der Saldo aus Zinsergebnis plus Provisionserlöse minus Verwaltungsaufwand lag um 23 Prozent unter dem Vorjahresquartal.

Verkauf verzögert sich

Neben der operativen Schwäche ergeben sich auch beim geplanten Verkauf der Tochter Deutsche Pfandbriefbank Fragezeichen. Eigentlich sollte eine Veräußerung bereits im September 2004 erfolgen, aber scheinbar ist man in einer schlechten Verhandlungsposition. Daher wurden auch stille Reserven gehoben, um den Verkaufspreis attraktiv zu gestalten. Allerdings dürften mittlerweile die Risiken ausreichend im Kurs berücksichtigt sein. Auf der anderen Seite sollte man nicht übersehen, dass auch gute Chancen bestehen. So werden bei einem Verkauf der Tochter rund eine Milliarde Euro in die Kasse gespült. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung beträgt momentan rund 4,2 Milliarden Euro. Außerdem ist die Kreditvergabe an die öffentliche Hand weitaus risikoärmer als die Kreditaktivitäten anderer Banken, womit folglich kaum Risikovorsorge betrieben werden muss. Auch die Bewertung ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9 auf Basis der diesjährigen Gewinnschätzungen sehr attraktiv.

Einfach nur abwarten

Nicht nur aus fundamentaler, sondern auch aus charttechnischer Sicht ist eine Pattsituation erkennbar: Seit Mitte Februar notiert die Aktie in einer Range zwischen 11,90 und 12,50 Euro. Neben diesen beiden Marken befindet sich bei 11,50 Euro eine wichtige Unterstützung - aber auch der Weg nach oben wird durch den Widerstand bei 13,10 Euro versperrt. In einer solchen Situation, wo folglich eine Seitwärtsbewegung wahrscheinlich erscheint, sollten Anleger zu Discountzertifikaten greifen. Besonders interessant erscheint ein Rabattpapier der Deutschen Bank, das eine Laufzeit bis Juni 2006 besitzt und zu maximal zwölf Euro zurückerstattet wird. Steigt die Aktie moderat auf zwölf Euro, kann ein Gewinn von 16,4 Prozent erzielt werden.

Attraktive Rendite

Bei der Aktie der DEPFA Bank bestehen derzeit weder großen Chancen noch Risiken. Mit dem Discountzertifikat der Deutschen Bank lässt sich jedoch eine attraktive Rendite von 16,4 Prozent bis Juni 2006 erzielen. Zwar ist das Discountzertifikat nicht ganz so risikoarm wie das Geschäft der DEPFA Bank, aber dafür halten sich die Kursrisiken bei der Aktie des Staatsfinanzierers in Grenzen.

Hinweis: Der Artikel ist in Ausgabe #12/05 von DER AKTIONÄR erschienen.

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