DAX
- Michael Schröder - Redakteur

Showdown am Mittwoch: Wohin treibt die US-Notenbank den DAX?

Die US-Notenbank (Fed) wird am Mittwoch (29. Oktober) voraussichtlich ihr milliardenschweres Anleihekaufprogramm einstellen. Weitere Änderungen der Geldpolitik werden von Volkswirten zunächst nicht erwartet. Eine Zinsanhebung sollte es daher frühestens im Sommer geben. 

Die Ökonomen von HSBC Trinkaus erwarten wie die meisten Volkswirte eine klare Mehrheit für ein Ende des milliardenschweren Anleihekaufprogramms. Die US-Notenbank hatte zuletzt noch monatlich Anleihen im Volumen von 15 Milliarden Dollar gekauft. Insgesamt hat die Fed laut Berechnungen der Commerzbank mit ihrem dritten Anleihekaufprogramm Papiere für mehr als 1.700 Milliarden Dollar erworben. Die Bilanzsumme der Fed wurde durch die drei Kaufprogramme auf 4.500 Milliarden Dollar aufgeblasen. Dies entspricht 26 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Seit 2007 hat sich so die Notenbankbilanz verfünffacht.

In Fragen zum Zeitpunkt der Zinswende sind die Experten indes gespalten. Im Gegensatz zu anderen Experten erwartet etwa die Dekabank bereits auf dieser Sitzung eine Änderung der zukunftsgerichteten Hinweisen ("Forward Guidance"). Bisher hatte die Notenbank auch nach dem Ende der Anleihekäufe die Fortsetzung der Niedrigzinspolitik für einen beträchtlichen Zeitraum versprochen.

Die Experten der Postbank zweifeln jedoch an einer Neuformulierung, da zuletzt eine Reihe von Mitgliedern vor den Folgen einer Abschwächung der Weltwirtschaft gewarnt hätte. Vor allem die Schwäche in der Eurozone als auch der gestiegene Dollar-Kurs hatte bei einigen Fed-Mitgliedern für Beunruhigung gesorgt. Die US-Konjunkturdaten zeigten sich aber zuletzt aber robust. Vor allem setzte sich die Erholung am Arbeitsmarkt fort.

Die Volkswirte von HSBC Trinkaus erwarten ebenfalls noch kein Signal in Richtung einer bald anstehenden Leitzinserhöhung der Fed: "Die Fed dürfte die sechs Wochen bis zur nächsten Sitzung nutzen, um sich mehr Klarheit in Bezug auf die Stabilität der Kapitalmärkte und der Konjunktur zu verschaffen." Eine erste Zinsanhebung erwarten die Ökonomen erst im Juni 2015.

Wie geht es beim DAX weiter? In jedem Fall volatil. Wenn die US-Notenbank auf ihrer Sitzung am Mittwoch erneuten Geldgeschenken an den Markt eine Absage erteilt und vor allem eine Zinswende tatsächlich näher rückt, dann dürften die Indizes wieder auf Talfahrt gehen. Mit dem Fall unter 8.900 Punkte würde der DAX ein neues Verkaufssignal generieren. Hält sich der Index dauerhaft darunter, sollten Anleger Long-Positionen neu überdenken. Dann würde die Marke von 8.700 Zählern ins Visier rücken, wo eine wichtige horizontale Unterstützung verläuft. Darunter droht ein direktes Abrutschen bis auf 8.585 Zähler.

Lässt der der Zeitpunkt der Zinswende dagegen weiter auf sich warten, dann dürften die Bullen wieder dominieren. Gelingt der nachhaltige Sprung über die 9.000er-Marke würde sich auch das Chartbild deutlich aufhellen. Das nächste Ziel liegt dann bei 9.150 Zählern. Im Anschluss könnte es bis 9.400 Punkte weiter gehen. Eine Jahresendrallye dürfte den DAX sogar wieder bis an die 9.800er-Marke führen


(Mit Material von dpa-AFX)

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