SGL Carbon
- Maximilian Völkl

SGL Carbon: Sparprogramm ausgebaut – wie reagiert die Aktie?

Seit mehreren Jahren enttäuscht die SGL Group ihre Anleger. Operativ ist der Konzern ebenfalls weiterhin unter Druck. Der Kohlenstoffspezialist stockt laut einem Bericht des Handelsblatt das laufende Sparprogramm von 150 auf rund 200 Millionen Euro auf. Im kommenden Jahr will Vorstandschef Jürgen Köhler dieses Ziel erreichen.

Laut dem Bericht reichen die bislang angekündigten Einschnitte nicht aus, um SGL auf Kurs zu halten. Köhler wolle die höhere Sparsumme mit der Zahlenvorlage am 7. August bekannt geben. Begründet werde die Aufstockung mit dem schlechten Marktumfeld im Geschäft mit Graphitelektroden.

Preisdruck

Expertin Yasmin Moschitz von der Commerzbank sagte dazu, eine Aufstockung scheine vernünftig, weil das Unternehmen nicht erst auf Rückenwind von den Preisen warten könne - schließlich stünden SGL auch in diesem Jahr Bargeldabflüsse bevor.

Die Bauteile für die Stahl- und Aluminiumindustrie verkaufen sich zwar wieder besser, aber nach wie vor zu niedrigen Preisen. Insbesondere Konkurrenz aus China hatte im vergangenen Jahr für einen heftigen Preisverfall gesorgt. Der Umsatz in dem größten Konzernbereich war 2013 um fast ein Fünftel abgerutscht. Die Sparte stand für gut die Hälfte der Erlöse von insgesamt knapp 1,5 Milliarden Euro.

Verkaufsempfehlung

Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank hat die Einstufung für die Aktie auf „Verkaufen“ mit einem fairen Wert von 20 Euro belassen. Der Experte schließt solch einen Schritt derzeit nicht aus. Schließlich stehe das Kerngeschäft unter erheblichem Druck und auch das Karbonfasergeschäft exklusive der Gemeinschaftsunternehmen habe größere Probleme. Zudem bleibe das Chance-Risiko-Profil unattraktiv.

Halten

Derzeit notiert die SGL-Aktie unterhalb der 25,50-Euro-Marke. Sollte der Konzern durch das Sparprogramm wieder auf Kurs kommen, könnte der Sprung über diesen Widerstandsbereich den Weg nach oben ebnen. Ansonsten droht erneut ein Rücksetzer bis in den Bereich bei 23 Euro. Investierte Anleger, die der Trading-Empfehlung des AKTIONÄR gefolgt sind, bleiben dabei und beachten den Stoppkurs bei 22 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

 

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