SGL Carbon
von Thomas Bergmann - Redakteur

SGL Carbon: Das Schlimmste überstanden?

Die massiven Probleme im Bereich Carbonfasern haben das Ergebnis der SGL Group stark belastet. Dennoch hat der MDAX-Konzern den Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigt und damit möglicherweise den Startschuss für eine Aufholjagd geliefert.

Der Kohlenstoffspezialist SGL Group hat in den ersten neun Monaten gerade noch schwarze Zahlen geschrieben. Abschreibungen im Geschäft mit Carbonfasern und Verbundwerkstoffen drückten den Gewinn auf 0,9 Millionen Euro nach den ersten drei Quartalen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Für Analysten überraschend bestätigte SGL dennoch den Ausblick auf 2012.

Hoher Verlust

Der Konzernumsatz erhöhte sich zwar von Januar bis September um zwölf Prozent auf 1,256 Milliarden Euro, doch der Gewinn vor Zinsen und Steuern ging um mehr als ein Drittel auf 80,7 Millionen Euro zurück. Allein im dritten Quartal fiel unter dem Strich ein Verlust von 22,8 Millionen Euro an. Analysten hatten dagegen im Zeitraum Juli bis September nur mit einem Minus von rund sieben Millionen Euro gerechnet.

Das Problem sind Abschreibungen auf langfristige PoC-Forderungen (Percentage of Completion-Methode), die SGL im Bereich Carbonfasern vornehmen musste. Die Abschreibung wurde nach IFRS-Regeln notwendig aufgrund deutlicher Verzögerungen bei den Auslieferungen der Boeing 787 (Dreamliner) und insbesondere aufgrund signifikant reduzierter Produktionsvolumina der Boeing 787-8 Variante und ihrer Komponenten zugunsten der Boeing 787-9 Variante.

Ausblick bestätigt

Trotz der wachsenden Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung der Weltwirtschaft hat der SGL-Vorstand überraschend die Prognose für den Konzernumsatz und das Konzern-EBIT bestätigt. Die Erlöse sollen im Vorjahresvergleich steigen und das EBIT (vor Abschreibung auf PoC-Forderungen) etwa 160 Millionen Euro betragen.

SGL Carbon

Boden gefunden

Die SGL-Aktie scheint bei 30 Euro einen Boden gefunden zu haben. Zudem dürften die Probleme im Bereich Carbonfasern abgefrühstückt sein, weshalb sich beim MDAX-Konzern eine erste antizyklische Position anbietet.

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