SFC Energy
- Michael Schröder - Redakteur

SFC Energy-Vorstand: "Break-even auf EBITDA-Basis fest im Blick"

SFC Energy ist mit seinen Brennstoffzellen made in Germany auf dem Vormarsch. Die Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren erfolgreich auf die operative Leistungssteigerung konzentriert. Die Tage der munteren Geldvernichtung dürften somit gezählt sein. Gelingt planmäßig der Sprung in die schwarzen Zahlen, sollte die Aktie in den kommenden Quartalen ordentlich unter Strom stehen. DER AKTIONÄR traf den Vorstand zum Hintergrundgespräch.

Im Gespräch mit Dr. Peter Podesser wird schnell klar: Der Mann weiß, wovon er spricht. Der Vorstandsvorsitzende der SFC Energy AG ist mit Leidenschaft dabei. Nicht ohne Grund zählt die in Brunnthal bei München ansässige Gesellschaft, Tipp des Tages vom 3. Mai, als Pionier bei der Kommerzialisierung von Brennstoffzellen.

DER AKTIONÄR: Herr Dr. Podesser, welche Entwicklung erwarten Sie bei der Brennstoffzellentechnologie?

Dr. Peter Podesser: Die Brennstoffzellentechnologie hat als extrem umweltfreundliche Energieerzeugungsmethode großes Potenzial. Wir gehen dabei aber nicht davon aus, dass die Brennstoffzellentechnologie die allein selig machende Lösung für die Energieanforderungen der Zukunft darstellen wird. Aber sie wird sicherlich eine bedeutende Rolle in den Anwendungen spielen, in denen sie unschlagbare Vorteile bietet oder im Hybridmodus andere Energieversorgungstechnologien dort ergänzt, wo diese Schwächen haben. Als Komplementärtechnologie und mit anhaltender Preis-Leistungsverbesserung wird die Brennstoffzellentechnologie ein wichtiger Baustein in einem zukünftig vielfältigerem Energiemix für stationäre und netzferne Anwendungen sein.

SFC Energy ist der Marktführer für mobile und netzferne Energieversorgung auf der Basis der Brennstoffzellentechnologie für Anwendungen im Freizeit-, Industrie- und Verteidigungs- & Sicherheitsbereich. Wo liegen die Stärken der Gesellschaft?

Unsere Stärke ist definitiv die Tatsache, dass wir nach wie vor das einzige Unternehmen weltweit sind, das die Brennstoffzellentechnologie in so vielen unterschiedlichen Anwendungen kommerzialisiert hat und erfolgreich international verkauft. Wir wissen, welchen Bedarf die Anwender haben und wir liefern ihnen nicht einfach nur Brennstoffzellen, sondern im Prinzip eine 'netzferne Steckdose,, an der sie ihre Anwendung genauso bequem und zuverlässig versorgen können wie an der Steckdose daheim. Man könnte also sagen, wir liefern leichte, leise, emissionsarme Brennstoffzellen-Generatoren. Wir haben unsere Produkte gezielt auf diese Anforderungen hin entwickelt. Reifegrad und Qualitätsstandard der Produkte sind heute ein Alleinstellungsmerkmal - und so eine entscheidende Stärke.

Gibt es auch Schwächen, die Sie gerne abstellen würden?

Wir sind nach wie vor relativ allein im Markt und müssen all die regulativen, kommunikativen und anwendungstechnischen Herausforderungen alleine schultern, die die Bekanntmachung einer neuen Technologie mit sich bringt. Auch der Aufbau der Logistikkette, die Entwicklung von Komponenten für die Brennstoffzelle, die Leistungselektronik müssen von SFC initiiert und begleitet werden, da die Industrie noch so jung ist. Das verursacht Kosten und Aufwand, den wir allein stemmen müssen. Wir würden uns hier noch weitere Brennstoffzellenunternehmen im Markt wünschen, die am gleichen Strang ziehen. Unsere bisher größte Schwäche, die fehlende Profitabilität, eliminieren wir in diesem Jahr. Über ein starkes organisches Wachstum, die implementierten Kostensenkungen, die Konzentration auf Kernbereiche und einen positiven Ergebnisbeitrag durch die Übernahme der PBF Group, planen wir im zweiten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres den Break-even auf EBITDA-Basis.

Um sich noch besser auf den Bedarf der Kunden auszurichten, haben Sie im vergangenen Jahr die PBF Group akquiriert. Wie verläuft die Integration des global agierenden Spezialisten für Leistungselektronik und Schaltnetzteile?

Die Übernahme war ein wichtiger Schritt in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens zum Systemanbieter. Die praktische Integration verläuft sehr gut. Wir haben unsere Systemkompetenz massiv ausgeweitet, erste Cross-Selling-Projekte belegen das Wachstumspotenzial in beiden bisherigen Kundenkreisen und das PBF-Kerngeschäft hat sowohl Ende 2011 als auch im ersten Quartal stabil die erwarteten Ergebnisse geliefert. Weitere mögliche Synergien prüfen wir in Bezug auf unseren Entwicklungs- und Produktionsstandort in Rumänien. Insgesamt haben sich die Abteilungsleiter aus den verschiedenen Bereichen persönlich kennengelernt und arbeiten jetzt am Ausbau der Synergien. Vier Monate nach der Akquisition haben sich unsere positiven Erwartungen bestätigt, sodass wir sehr zufrieden mit dem Verlauf der Integration sind. 

Worauf dürfen sich die Anleger in den kommenden Monaten einstellen?

Nach einem plangemäßen Verlauf des ersten Quartals erwarten wir im zweiten und im dritten Quartal die beim SFC-Geschäft übliche Saisonalität, das heißt, dass insbesondere im Freizeitbereich weniger Brennstoffzellen verkauft werden, da unsere Kunden zu dieser Zeit bereits ihre Reisemobile ausgerüstet haben und sich auf Reisen befinden. Insgesamt sehen wir uns jedoch gut gerüstet, unsere ambitionierte Planung für das laufende Geschäftsjahr 2012 plangemäß umzusetzen. Ansonsten sehen wir uns nach wie vor interessante Akquisitionsmöglichkeiten an. Sollten wir ein weiteres Unternehmen finden, das unsere Systemlösungskompetenz im Bereich Stromversorgung weiter erhöht, das profitabel und attraktiv bewertet ist, könnte es hier Neuigkeiten geben.

Wo sehen Sie die Gesellschaft in drei Jahren?

SFC wird ein führender internationaler Anbieter netzferner - in Teilbereichen netzbasierender - Energieversorgung. Mit einem Umsatz im dreistelligen Millionenbereich und einer attraktiven Profitabilität.

Vielen Dank für das Gespräch!

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