Senvion
- Maximilian Völkl

Senvion nach der Pleite: Aktie +100% in einer Woche – jetzt spricht der Chef über die Zukunft!

In der vergangenen Woche musste Senvion Insolvenz anmelden. Die Aktie des Windanlagenbauers hat seit vergangenem Jahr über 95 Prozent an Wert verloren. Doch noch ist die Hoffnung nicht verloren. Seit dem Tief vergangenen Donnerstag hat sich die Aktie bereits wieder verdoppelt. CEO Yves Rannou will weiterkämpfen.

Während es bei den Wettbewerbern wie NordexVestas oder Siemens Gamesa gut läuft, ist Senvion in die Pleite gerutscht. Die Gründe dafür lassen sich also nicht nur im hart umkämpften Markt finden. Bei der Aufarbeitung muss Senvion deshalb zunächst einmal auf sich schauen.

Eigentlich boomt die Windkraft

Vor allem die Expansion außerhalb Europas hat den Niedergang beschleunigt. Senvion-CEO Yves Rannou hält die Entscheidung zwar grundsätzlich für richtig, die damit verbundenen Herausforderungen seien aber unterschätzt worden. „Ja, ich denke, das war ein Fehler“, bestätigt er im Handelsblatt. Man hat unterschätzt, wie viel (…) eine solch globale Expansion kostet.“

Viele Optionen offen

Hinzu kommt, dass Senvion wegen der geringen Größen einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber Rivalen wie Vestas oder Siemens Gamesa hat. Auch wenn die Kunden laut Rannou zufrieden seien, habe sich vor allem ein Problem gezeigt. Wenige Projekte, die nicht nach Plan liefen, hätten ausgereicht, um die Liquiditätskrise auszulösen.

Es sehe aber gut aus, dass ein neuer Massekredit in Höhe von 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt wird, so der CEO. Dann könnte Senvion weiterarbeiten. Um sich künftig Liquidität zu sichern, sei auch ein Verkauf eine Option. Eine Zerschlagung könne er zwar nicht ausschließen, dies sei aber nicht das Ziel.

Abwarten

Das volle Auftragsbuch spricht für Senvion. Es ist durchaus möglich, dass sich ein Investor findet. Offen bleibt aber, welche Interessen sich am Ende durchsetzen und wie es für Aktionäre weitergeht. Die Senvion-Aktie bleibt trotz des jüngsten Verdopplers ein Spielball der Trader. Anleger sollten an der Seitenlinie bleiben.

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